Schäfer: Im Sommer ist Dynamo schuldenfrei

Die Geschäftsführer unter sich: Robert Schäfer und Ralf Minge (re.) im Gespräch.
Die Geschäftsführer unter sich: Robert Schäfer und Ralf Minge (re.) im Gespräch.

Von Dirk Löpelt

Benahavis - Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer gönnte sich lediglich einen kurzen Zwei-Tages-Trip ins Trainingslager nach Spanien. Die Zeit für ein ausführliches Gespräch mit der Morgenpost fand der 39-Jährige aber dennoch.

MOPO24: Herr Schäfer, was gibt’s Neues in Dresden?

Schäfer: „Außer Arbeit ehrlich gesagt nicht viel. Deshalb wollte ich nur mal schnell gucken, wie sich die Mannschaft fühlt, wie die Vorbereitung läuft. Die Bedingungen hier in Spanien sind wirklich toll. Das ist die Grundlage, um erfolgreich zu sein und unsere Ziele zu erreichen. Bisher haben wir nämlich noch gar nichts erreicht. Natürlich haben wir eine starke erste Runde gespielt, wir haben eine starke Mannschaft, aber eben noch nichts erreicht. Und wir sollten uns im Klaren sein, dass die anderen uns jagen werden. Wenn wir nachlassen, geht es in dieser Liga ganz schnell...“

MOPO24: Zuletzt gab es Gerüchte, dass Sie als Präsident zu Fortuna Düsseldorf gehen könnten. Was ist da dran?

Schäfer: „Ach, am liebsten würde ich dazu gar nichts sagen. Es gab und gibt kein Angebot. Aber im Fußball gibt es manchmal Entwicklungen, die man nicht immer vorhersehen kann.“

Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer beim Gespräch mit der MOPO24.
Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer beim Gespräch mit der MOPO24.

MOPO24: Das klingt, als ob Sie sich ein kleines Hintertürchen offenhalten?

Schäfer: „Ich habe bei Dynamo einen Vertrag bis 2018, das sagt eigentlich alles.“

MOPO24: Es muss Sie doch aber ehren, wenn Sie bei einem großen westdeutschen Traditionsverein für so eine wichtige Funktion im Gespräch sind, oder?

Schäfer: „Es ist immerhin besser, als wenn die sagen: Nehmt den aus Dresden besser nicht.“

MOPO24: Sie haben auch gesagt, dass Sie mit Dynamo noch viel vorhaben. Was konkret?

Schäfer: „Bis zum 30. Juni wollen wir das Kölmel-Darlehen endgültig abgelöst und auch unsere Fernsehrechte zurückerworben haben. Damit wäre Dynamo im Sommer faktisch schuldenfrei.“

MOPO24: Wieviel Geld muss der Verein dafür aufbringen?

Schäfer: „Etwa 3,5 Millionen Euro.“

Das Spiel gegen die Bayern ein einen großen Teil zum Schuldenabbau beigetragen.
Das Spiel gegen die Bayern ein einen großen Teil zum Schuldenabbau beigetragen.

MOPO24: Wie kann sich Dynamo das leisten?

Schäfer: „Weil wir in der jüngeren Vergangenheit mit unseren Einnahmen gut umgegangen sind. Da sind die Zuschauereinnahmen, das Bayern-Spiel, die Pokal-Gelder, natürlich die Sponsoren und vor allem auch die Mitglieder-Sonderumlage. Wir haben jetzt zwei Millionen Euro auf dem Girokonto, früher sagte man Festgeld dazu. Wenn wir alles zusammenkratzen, schaffen wir das bis Sommer.“

MOPO24: Hat Dynamo dann überhaupt noch Geld für die 2. Liga?

Schäfer: „Ja. Auch wenn wir konservativ-realistisch planen, werden wir eine Mannschaft aufstellen, die den Klassenerhalt schaffen kann. Und wir würden sicher nicht den kleinsten Etat der Liga haben. Die Fernsehgelder erhöhen sich ja von 800000 Euro in der 3. auf 5,5 Millionen Euro in der 2. Liga. Auch wenn Herr Kölmel noch eine Saison lang zehn Prozent davon bekommt. Das war der Deal, bei dem er uns sehr entgegen gekommen ist.“

Fotos: Lutz Hentschel


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