RB Leipzig schießt historisch harmlose Schalker gnadenlos ab

Gelsenkirchen - RB Leipzig zog im Abendspiel der Fußball-Bundesliga nach und fuhr einen nie gefährdeten 5:0 (1:0)-Auswärtssieg beim FC Schalke 04 ein. Gegen weitestgehend harmlose Königsblaue trafen Marcel Sabitzer nach 55 Sekunden sowie Timo Werner (61.), Marcel Halstenberg (66.), Angelino (80.) und Emil Forsberg (89.).

Marcel Sabitzer erzielte nach 55 Sekunden sein achtes Ligator in dieser Saison.
Marcel Sabitzer erzielte nach 55 Sekunden sein achtes Ligator in dieser Saison.  © picture point/Sven Sonntag

Vor allem mit dem Schwung vom 1:0 aus Tottenham im Champions-League-Achtelfinale reisten die Sachsen zum Topspiel zum FC Schalke, gegen die nach dem 1:3 in der Hinrunde noch eine Rechnung offen war.

Die Gelsenkirchener blieben zuletzt viermal in Folge ohne Sieg und holten aus den letzten drei Duellen gegen Teams aus der unteren Hälfte nur drei Remis.

Rund 2000 Leipziger Fans jubelten schon nach nicht einmal einer Minute im Gästeblock, nachdem Marcel Sabitzer unbedrängt und unter gütiger Mithilfe von Keeper Alexander Nübel zum 1:0 traf (1.).

In der zweiten Halbzeit hatte RB zwar weniger Ballbesitz, aber weiterhin die besten Chancen. Timo Werner (61.), Marcel Halstenberg (66.), Angelino (80.) und Emil Forsberg (89.) machten den klaren 5:0-Auswärtssieg perfekt.

Damit sieht es in der Tabelle so aus wie letzte Woche: Der FC Bayern führt mit einem Zähler Vorsprung vor RB, Dortmund folgt drei Punkte dahinter. Nur Gladbach (1:1 gegen Hoffenheim) verlor im Top-Quartett etwas den Anschluss, Schalke bleibt Sechster.

Laimers Schulter hält - Leipziger Topstart

Überrascht und überrumpelt steht Amine Harit (l.) nach Sabitzers Führungstreffer auf dem Feld.
Überrascht und überrumpelt steht Amine Harit (l.) nach Sabitzers Führungstreffer auf dem Feld.  © picture point/Sven Sonntag

Nur eine Veränderung nahm RB-Coach Julian Nagelsmann nach dem starken 1:0 bei Tottenham vor: Der gesperrte Dayot Upamecano kehrte wie angekündigt zurück, der souveräne Ethan Ampadu nahm dafür auf der Bank Platz.

Und wieder gab's einen Topstart für RB! Schon gegen Tottenham hatten die Leipziger nach knapp einer Minute mehrere Chancen, auf Schalke knallte es nach 55 Sekunden: S04 ließ die Bullen locker kombinieren, Werner gab weiter auf Sabitzer, der sich den Ball zurechtlegen und aus 20 Metern mit gefährlicher Flugkurve treffen durfte - 0:1 (1.).

Nach fünf Minuten verteilte Schiri Sascha Stegemann schon zwei Gelbe, gegen Schalkes Benito Raman und Konrad Laimer. Letzterer fehlt damit nächsten Sonntag gegen Leverkusen.

Nagelsmanns Akteure überließen den Schalkern danach einige Spielanteile, aus denen die Hausherren zunächst keinerlei Toraktionen machten. Auf der Gegenseite witterten die Bullen gegen einen äußerst unsicheren Torhüter Alexander Nübel Chancen, die Führung ausbauen zu können.

In der 31. Minute wurde Werner - wie so oft mit viel Freiraum auf dem linken Flügel - lang geschickt, nahm Gegenspieler Jonjoe Kenny raus, lief in Richtung Elfmeterpunkt, passte zu Sabitzer, der nicht im Abseits stand, aber mit links drüber schoss.

Kurz danach waren die Schalker wieder wie angeklebt an der Strafraumgrenze, attackierten weder Werner noch Sabitzer. Letzterer flankte in die Box, Patrik Schick kam mit dem linken Fuß ran, verzog aber (35.).

Mit vereinzelten Pfiffen wurden die Königsblauen in die Kabine verabschiedet. Seit Aufzeichnung der Spieldaten ist S04 noch nie ohne Torschuss vor den eigenen Fans in die Halbzeit gegangen - historisch.

Werner, Halstenberg, Angelino, Forsberg, Sack zu

In der zweiten Halbzeit legten Timo Werner (2.v.l.), Marcel Halstenberg (2.v.r.), Angelino und Emil Forsberg (beide nicht im Bild) zum 5:0-Endstand nach.
In der zweiten Halbzeit legten Timo Werner (2.v.l.), Marcel Halstenberg (2.v.r.), Angelino und Emil Forsberg (beide nicht im Bild) zum 5:0-Endstand nach.  © dpa/Guido Kirchner

Schalkes erstes Torschüsschen wurde in der 53. Minute registriert - nach einem Leipziger Fehler.

Nach Ballgewinn verlor Laimer das Leder gleich wieder, Suat Serdar schnappte sich die Kugel und spielte flach hinter die Abwehr, wo Raman Torhüter Péter Gulácsi umkurven wollte, der aber noch rankam und die Kugel ungefährlich machte.

Die Blau-Weißen ließen den Leipzigern immer wieder Freiräume. Den nächsten nutzte Sabitzer halbrechts nach Zuspiel von Christopher Nkunku nicht, schoss am langen Pfosten vorbei (57.).

RB sorgte aber dann doch für die Vorentscheidung: Wieder stimmte die Zuordnung nicht, Nkunku gab auf Werner, Kenny guckte nur zu, Ozan Kabak war zu weit weg, Werner dribbelte nach innen, zog scharf ab - 0:2, sein 21. Ligator (61.).

Fünf Minuten später war der Sack gänzlich zu: Ecke von links, Marcel Halstenberg rannte vor den Kasten, durfte frei einköpfen - 0:3 (66.).

Es kam noch dicker: Schalke lernte nicht aus seinen vorangegangenen Fehlern: Nkunku am Sechzehner auf Angelino, der mit einer Körpertäuschung einfach am schwachen Kenny vorbei in den Strafraum gelangte, direkt abzog und flach ins lange Eck traf - 0:4 (80.). Schalke 04 machte seinem Namen alle Ehre - und bekam noch eins: Emil Forsberg knipste zum 5:0 (89.).

Bayer Leverkusen heißt Leipzigs nächster Gegner am 1. März (15.30 Uhr/Sky). Wie erwähnt muss Laimer gelbgesperrt in diesem Verfolgerduell passen.

Die Verteidiger Marcel Halstenberg (l.) und Dayot Upamecano ließen zum vierten Mal in Folge keinen Gegentreffer vor.
Die Verteidiger Marcel Halstenberg (l.) und Dayot Upamecano ließen zum vierten Mal in Folge keinen Gegentreffer vor.  © Guido Kirchner/dpa

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