Alle vier Jahre: Warum brauchen wir ein "Schaltjahr"?

Bad Hindelang - Den 29. Februar gibt es nur alle vier Jahre. Wer an diesem Tag Geburtstag hat, kann auch eine exklusive Party in Allgäu fahren. Hier übernimmt die Gemeine alle Kosten für die Schaltjahr-Feier. Doch warum brauchen wir das Schaltjahr im Kalender überhaupt?

Hinter dem zusätzlichen Tag steckt ein astronomisches Phänomen. (Bildmontage)
Hinter dem zusätzlichen Tag steckt ein astronomisches Phänomen. (Bildmontage)  © (c) dpa - Bildfunk, Felix Kästle/dpa

Hinter dem Zusatztag steckt ein astronomisches Phänomen: Der Tag (29. Februar) ist notwendig, da die Erde für ihre Umrundung der Sonne nicht 365 Tage, sondern 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden braucht. Das "Sonnenjahr" dauert also knapp sechs Stunden länger, als ein normales Jahr.

Wenn es nicht alle vier Jahre den zusätzlichen Schalttag gäbe, würde unsere Zeit von der astronomischen Realität abweichen. Das Jahr 2020 hat deshalb nicht 365, sondern 366 Tage.

In unserem Gregorianischen Kalender sind nur Jahre, deren letzten zwei Zahlern durch vier teilbar sind, Schaltjahre.

Jahre, die zwar durch 100, aber nicht durch 400 teilbar sind, bilden die Ausnahme: Die Jahre 1700, 1800 und 1900 waren deshalb keine Schaltjahre, das Jahr 2000 schon. Im Jahr 2100 wird es daher ebenfalls keinen 29. Februar geben.

In Deutschland ist der 29. Februar sogar gesetzlich geregelt: Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), § 188 Absatz 3 ist festgeschrieben, dass Menschen, die am 29. Februar geboren wurden, mit am 1. März geborenen gleichgesetzt werden.

Wer also zum Beispiel seinen 18. Geburtstag in einem Nicht-Schaltjahr feiert, wird per Gesetz erst am 1. März volljährig.

"Schaltjahr-Geburtstags-Party": Im Allgäu wird auf Kosten der Gemeinde gefeiert

Konditor Florian Kaufmann und Kurdirektor Max Hillmeier präsentieren in Bad Hindelang eine Torte für die Geburtstagskinder. (Archivbild)
Konditor Florian Kaufmann und Kurdirektor Max Hillmeier präsentieren in Bad Hindelang eine Torte für die Geburtstagskinder. (Archivbild)  © Gästeinformation Bad Hindelang dpa/lby

29 Kerzen auf einem Kuchen mit 29 Zutaten dürfen die Schaltjahr-Geburtstagskinder in Bad Hindelang am Samstag auspusten.

Der Allgäuer Ferienort lädt am 29. Februar zur "Schaltjahr-Geburtstags-Party" ein. Auf Kosten der Gemeinde erwartet die Jubilare ein Drei-Gänge-Menü, für die Getränkeauswahl steht ihnen eine Weinsommelière zur Seite; anschließend ist eine Pferdeschlitten- und Kutschfahrt durch die Allgäuer Hochalpen geplant.

Mitfeiern darf jeder, der am 29. Februar geboren wurde. Eröffnet wird die Feier von Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier – mit einer 29-Wörter-Rede innerhalb von 29 Sekunden.

"Wer Zeit und Lust hat und am 29. Februar geboren ist, darf mitfeiern", sagt der Bad Hindelanger Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier.

"Wir freuen uns sehr darauf, nach vier Jahren Pause wieder eine Reihe von Schaltjahr-Geburtstagskindern mit ihren Angehörigen in Bad Hindelang begrüßen und mit ihnen einen unvergesslichen Tag erleben zu dürfen. Unsere Schaltjahr-Feiern sind seit jeher sehr herzlich und emotional und ein Fest für alle Generationen – die Party kommt einem Familienfest gleich", so Hillmeier.

Die "Schaltjahr-Geburtstags-Party" findet seit 1988 in Bad Hindelang (Landkreis Oberallgäu) statt.

Titelfoto: (c) dpa - Bildfunk, Felix Kästle/dpa


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