29. Februar: Das passierte alles am seltensten Tag

Von Katrin Richter

Dresden - Am Montag ist es wieder soweit: Dann ist der 29. Februar, der das Jahr 2016 um einen Tag verlängert und immer vier Jahre auf sich warten lässt. Kein Tag ist in unserem Kalender so selten. Und so ein besonderer Tag verdient auch besondere Geschichten.

„Vom Winde verweht“

1940 - Er ist einer der bekanntesten Hollywoodfilme und gehört zu den großen Filmklassikern. Das Südstaatenepos „Vom Winde verweht“ ging mit einer Rekordzahl von 13 Nominierungen in die Oscarverleihung 1940 und wurde mit acht Oscars sowie zwei Ehren-Oscars ausgezeichnet. Darunter der Oscar als Beste Nebendarstellerin für Hattie McDaniel, mit der erstmals ein afro-amerikanischer Künstler gewann.

All-Rückkehr Thomas Reiter

1996 - Der deutsche Raumfahrer kehrt nach 179 Tagen auf der russischen Station MIR zur Erde zurück. Thomas Reiter war damit von allen deutschen Astronauten am längsten im All. Er hatte über 40 Experimente in der Schwerelosigkeit zu betreuen. Höhepunkte seines Aufenthaltes stellten ein Weltraumspaziergang zur Durchführung von Wartungsarbeiten und das Andocken des US-amerikanischen Shuttles „Atlantis“ dar.

Tod Ludwig I von Bayern

1868 - Im Alter von 81 Jahren stirbt der Onkel von Prinzessin Elisabeth, genannt Sissi, in Nizza. Unter Ludwig wird München zu einer weit beachteten Stadt der Kunst. Er ließ viele bedeutende Bauwerke errichten, darunter die Ludwigstraße mit der Universität, die Feldherrnhalle, das Siegestor, die Bayrische Staatsbibliothek, die Alte Pinakothek, die Ruhmeshalle und die Bavaria-Statue auf der Theresienwiese.

Erdbeben in Marokko

1960 - Rund 15.000 der damals 50.000 Einwohner eines blühenden Badeortes im jungen marokkanischen Staat finden in den Mitternachtsstunden den Tod. Die Erde hatte nur wenige Sekunden gebebt – aber die Stadt Agadir quasi dem Erdboden gleichgemacht. Die Erdstöße sind so stark, dass 500 Kilometer entfernt, im Observatorium von Casablanca, ein Seismograph zerbricht.

Ende der Belagerung von Sarajevo

1996 - Nach 1425 Tagen kam mit der Belagerung Sarajevos im Bosnienkrieg die längste Belagerung des 20. Jahrhunderts zu ihrem Ende. Sie begann im Jahr 1992. In den fast vier Jahren heftiger militärischer Auseinandersetzungen wurden nahezu 10.000 Menschen getötet und 50.000 zum Teil schwer verletzt.

Durchschlag Gotthard-Tunnel

1880 - Sieben Jahre und fünf Monate nach Beginn der Bauarbeiten durch das Schweizer Gotthardmassiv erfolgt der eigentliche Tunnel-Durchstich. Der mit 15 Kilometern dazumal längste Tunnel der Welt war entstanden - eine Meisterleistung der damaligen Ingenieurs- und Vermessungstechnik.

Warum gibts eigentlich Schaltjahre?

Ohne den 29. Februar würde das Kalenderjahr und die Jahreszeiten auseinander driften.
Ohne den 29. Februar würde das Kalenderjahr und die Jahreszeiten auseinander driften.

Wie wohl jeder weiß, beträgt die Umlaufzeit der Erde um die Sonne 365 Tage, also ein Jahr. Jedoch stimmt das nur bedingt, denn nimmt man es genau, benötigt die Erde 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden.

Dieser Viertel Tag muss also irgendwann wieder aufgeholt werden, logischerweise alle vier Jahre. Ohne Schaltjahre würden das Kalenderjahr und die Jahreszeiten langsam auseinander driften.

Im römischen Kalender stand der Monat Februarius ursprünglich an zwölfter und damit letzter Stelle und war daher der Monat, dem ein Schalttag hinzugefügt wurde. Die heutigen regelmäßigen Schalttage existieren, seit Papst Gregor XIII. in einer päpstlichen Bulle am 24. Februar 1582 eine Nachbesserung des Kalenders durchführte.

Der Gregorianische Kalender war geboren. Das kommt den natürlichen Zeitmaßen sehr nahe. Die bleibenden minimalen Abweichungen vom Sonnenjahr werden heute mit gelegentlich eingefügten Schaltsekunden ausgeglichen.

Im Schnitt muss alle 18 Monate eine solche Schaltsekunde eingefügt werden.

Fotos: imago, dpa, Colourbox


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0