"Schattenhunde" werden zu großem Problem für Tierheime

Trier - In Tierheimen sitzen immer mehr schwer vermittelbare Hunde. Ihre Besitzer haben sie im Internet gekauft - und sind mit der Haltung überfordert.

Spocky ist ein ehemaliger Straßenhund aus Rumänien. Nach sechs Wochen Training ist der "Schattenhund" wieder vermittelbar.
Spocky ist ein ehemaliger Straßenhund aus Rumänien. Nach sechs Wochen Training ist der "Schattenhund" wieder vermittelbar.  © Birgit Reichert/dpa

Sehr oft handele es sich um frühere Straßenhunde aus Südeuropa oder Zuchttiere von sogenannten Hobbyzüchtern, sagt die erste Vorsitzende des Trierer Tierschutzvereins, Inge Wanken.

Viele von ihnen hätten wie "Wanderpokale" bereits mehrfach den Besitzer gewechselt, bevor sie im Tierheim abgegeben würden. Auch hessische Tierschützer wollen gegensteuern.

Manche Tiere seien extrem ängstlich, andere würden beißen, könnten nicht alleine bleiben oder ließen keinen Menschen an sich, sagt Wanken. "Das sind keine Hunde, die junge Familien mit Kindern wollen. Ohne intensives Hundetraining sind sie nicht vermittelbar."

Um auf das wachsende Problem mit schwierigen Hunden aufmerksam zu machen, haben sieben Tierheime und Vereine in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen das "Bündnis Schattenhund" gegründet.

Immer mehr schwer vermittelbare Hunde im Tierheim

Das "Bündnis Schattenhund" will auf das wachsende Problem mit schwierigen Hunden aufmerksam machen.
Das "Bündnis Schattenhund" will auf das wachsende Problem mit schwierigen Hunden aufmerksam machen.  © Birgit Reichert/dpa

"Schattenhunde sind Hunde, die irgendwann keiner mehr sieht, weil sie seit Jahren im Tierheim sind – und sie keiner mehr holt", sagt Hundetrainerin Wanken.

Zum "Bündnis Schattenhund" gehörten auch die Tierheime in Koblenz, Aachen, Tiere in Not Odenwald, Zweibrücken, Gelnhausen und die Tierhelfer Ingelheim.

Die Problematik mit schwer vermittelbaren Hunden nehme bundesweit in allen Tierheimen zu, sagt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes vom Deutschen Tierschutzbund, Andreas Lindig. Vor allem durch den Handel mit Welpen, die übers Internet aus dem Ausland gekauft würden, sei die Situation "massiv eskaliert".

"Ich sage immer: Finger weg von Online-Hunden!" Man solle seriöse Vereine unterstützen, die die Tiere auch wieder zurücknehmen würden.

Titelfoto: Birgit Reichert/dpa

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