Neuer Sachsenschatz entdeckt: Dieser Fund ist unbezahlbar

Pirna - Was für ein Fund: Bei Pirna haben Archäologen einen neuen Sachsenschatz entdeckt. Er besteht aus Hunderten Perlen und gegossenem Schmuck.

Gabriele Wagner hat den Schatz restauriert.
Gabriele Wagner hat den Schatz restauriert.  © Torsten Hilscher

Eigentlich waren die Archäologen an der Fundstelle im Kieswerk Borsberg am Pirna-Pratzschwitz schon "durch". Doch ein beteiligter Historiker machte vor genau einem Jahr noch einen kleinen Sonntagsbummel. Vor sich in der Erde, an einem Fleck eher am Rande der Ausgrabungen, sah er plötzlich eine uralte Spange (Fibel) aus Bronze, dann noch eine.

Zwar haben die Archäologen dort bereits seit 2015 auf 13 Hektar gegraben und Dinge gefunden. So viel Kunst aber noch nicht.

Entdeckt wurden neben den Fibeln auch ein Töpfchen mit rund 470 Perlen aus Glas und Bernstein. Vor allem eine große Bronzekette aus 700 Einzelteilen wurden gefunden.

Im Töpfchen war zunächst nichts mehr als ein Klumpen zu sehen.

Inzwischen sind die Dinge aufwendig auseinandergepuzzelt und gereinigt. Dadurch wurde klar: Es ist keltische Kunst aus dem Jahr um 450 vor Christus.

Wahnsinnsfund für Sachsen

Der neue Sachsenschatz. Er ist 2500 Jahre alt und keltischen Ursprungs.
Der neue Sachsenschatz. Er ist 2500 Jahre alt und keltischen Ursprungs.  © Torsten Hilscher

"Die Kelten sind hervorragende Künstler gewesen - und gefürchtete Krieger ihrer Zeit", sagte Landesarchäologin Regina Smolnik. Das große, aber nicht einheitliche Volk sei damals durch ganz Europa gezogen und habe am Mittelmeer von den dortigen Hochkulturen viel aufgesogen.

Sachsen selbst sei kein keltische Kerngebiet. Insofern wären diese Funde etwas ganz besonderes. Der Schmuck sei entweder importiert oder sogar von Kelten selbst im heutigen sächsischen Gebiet hinterlassen worden.

"Ein Wahnsinnsfund für Sachsen", sagt auch der Chefarchäologe für Ostsachsen, Ingo Kraft. Allein zum Kettencollier gebe es weit und breit keine Parallele. "Der Maskenkopf, die Tierdarstellung - das ist keltische Kunst vom Feinsten. Die Fibel gehört zu den fünf schönsten in Europa. Wir waren platt, als wir das fertig restauriert sahen." Das Collier sei das schönste jemals gefundene seiner Art in Europa. "Das ist der erste Fund (seiner Art) seit 180 Forschung."

Rätselhaft bleibt, warum der Schmuck einst an dieser Stelle abgelegt wurde. Vielleicht eine Amtstracht, mutmaßt Kraft. Eine Begräbnis sei es keinesfalls gewesen.

Der Wert des Fundes? Unbezahlbar.

"Ein Wahnsinnsfund für Sachsen", sagt auch der Chefarchäologe für Ostsachsen, Ingo Kraft.
"Ein Wahnsinnsfund für Sachsen", sagt auch der Chefarchäologe für Ostsachsen, Ingo Kraft.  © Torsten Hilscher

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0