Scheitert Sachsens größtes Betrugsverfahren am Suff?

Rettet seine Alkoholsucht Jürgen Schlögel vor einem Gerichtsprozess?
Rettet seine Alkoholsucht Jürgen Schlögel vor einem Gerichtsprozess?

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Eines der größten Anlagebetrugsverfahren der Republik droht endgültig im „Suff“ zu versinken.

Auch neun Jahre nach dem Zusammenbruch der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG (WBG) ist deren einstiger Hauptaktionär Jürgen Schlögel (51) für die Strafjustiz nicht greifbar. Grund ist dessen andauernde Alkoholsucht!

Als die WBG Leipzig-West im Juni 2006 pleite ging, verloren 38.000 Gläubiger - größtenteils Kleinanleger - ihr Geld. Insgesamt 339 Millionen Euro!

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft waren sie mit manipulierten Prospekten und falschen Versprechen geködert worden.

Laut Anklage der Hauptverantwortliche: der Nürnberger Immobilienkaufmann und WBG-Hauptaktionär Schlögel, der selbst knapp 100 Millionen aus der Firma gezogen und so deren Zusammenbruch verursacht haben soll.

Der seit November 2013 wegen Schlögels Alkoholsucht ausgesetzte Prozess droht nun komplett zu platzen.

Denn nach einem Kulmbacher Neurologen bestätigte 2014 auch ein Amtsarzt, dass der Säufer nicht verhandlungsfähig sei.

„Die Kammer hat nun ein weiteres Gutachten mit ergänzenden Untersuchungen in Auftrag gegeben“, sagte Landgerichts-Sprecher Hans Jagenlauf (54) am Dienstag.

Geht auch diese Expertise von fortdauernder Verhandlungsunfähigkeit aus, wird das Verfahren gegen Schlögel wohl eingestellt.

Denn im nächsten Jahr sind sämtliche Anklagevorwürfe verjährt!

Foto: Alexander Weingarten


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