Schiebock entlässt Trainer! BFV und Ex-Dynamo Erik Schmidt gehen getrennte Wege

Bischofswerda - Mit ihm feierte der BFV 08 zwei Aufstiege, nun zieht der Verein nach zwei Punkten aus sieben Spielen die Reißleine und beendet die Zusammenarbeit mit Trainer Erik Schmidt.

Nach sechs Jahren ist für Erik Schmidt erstmal Schluss in Bischofswerda.
Nach sechs Jahren ist für Erik Schmidt erstmal Schluss in Bischofswerda.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Nachdem der Klassenerhalt im ersten Regionalliga-Jahr nach dem Aufstieg gefeiert werden konnte, zogen mit einem äußerst schwachen Saisonstart immer dunklere Wolken über den Wesenitzsportpark.

Lediglich zwei Unentschieden gab es in den ersten sieben Liga-Partien, bei einem Torverhältnis von 6:23. Bereits am dritten Spieltag gab es eine 0:8-Klatsche bei Wacker Nordhausen.

Nach einem 0:3 in Fürstenwalde am Wochenende, teilte der BFV am Montag mit, dass man sich vom 40-Jährigen mit sofortiger Wirkung trennt. Die Gründe scheinen jedoch nicht nur an der mangelnden Punkte-Ausbeute festgemacht werden zu können.

Wie der "mdr" berichtet, scheint BFV-Präsident Jürgen Neumann (56) angedeutet zu haben, dass die Mannschaft nicht mehr mit ihrem Trainer wollte, es zwischenmenschlich nicht mehr gepasst haben soll.

Im Vorstand war man sich seiner Aussage nach indes uneins: "Wir haben uns die Entscheidung im Vorstand auch nicht leicht gemacht, sie war auch nicht einstimmig. Ich war dagegen, habe mich aber der demokratischen Mehrheit gebeugt", so Neumann. Dennoch sei man Schmidt "unsagbar dankbar" für seine Leistungen.

Man wolle jedoch nicht "die Selbstachtung verlieren und langsam in die Oberliga schippern", so der Präsident weiter.

Wonneberger als Interims-Coach

Schmidt war in insgesamt 202 Spielen für die Schiebocker an der Seitenlinie.
Schmidt war in insgesamt 202 Spielen für die Schiebocker an der Seitenlinie.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Interimsweise wird Geschäftsstellenleiter Fred Wonneberger die Trainer-Zügel in den Händen halten, so lange, bis ein neuer Coach gefunden ist. Wonneberger war bereits von 2003 bis 2008 Trainer bei Schiebock, trainierte anschließend acht Jahre den NFV Gelb-Weiß Görlitz, bevor er zum 1. April 2017 nach Bischofswerda zurückkehrte.

Für Schmidt war es die erste Station als Männertrainer, nachdem er zuvor jahrelang bei Dynamo Dresden im Nachwuchs tätig war, trainierte unter anderem für die U19 in der Junioren-Bundesliga.

Unter ihm verpflichtete man in Bischofswerda auch vorrangig junge Spieler - oftmals aus dem Nachwuchs von Dynamo Dresden und integrierte diese in den Männerbereich.

Allein in diesem Sommer holte man nur ganz junges Personal, Ex-Dynamo Robin Fluss war mit 23 Jahren der älteste Akteur, der sich dem BFV anschloss. Der gebürtige Freitaler kam vom Liga-Kontrahenten Wacker Nordhausen.

Abgegeben hat man neben dem 30-jährigen Philipp Kötzsch (VfL Pirna-Copitz), der allein für den VfB Auerbach in acht Jahren 149 Regionalligapartien bestritten hat und sowohl im Vogtland, als auch in Bischofswerda letzte Saison die Kapitänsbinde trug, auch Spieler wie das Eigengewächs Cornelius Gries (27, SV Einheit Kamenz), oder den Mittelstürmer Tomas Petracek (25, zur BSG Chemie Leipzig).

Gerade jetzt könnte man jedoch den ein oder anderen erfahrenen Akteur gut gebrauchen. Der gegenwärtige Kader hat ein Durchschnittsalter von 23,3 Jahren. Eine junge Truppe, die nun einen neuen Trainer benötigt, um die rote Laterne so bald wie möglich abzugeben und das Ziel Klassenerhalt realisieren zu können.


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