Schiff eingezogen und 300.000 Euro Strafe für Eleonore-Kapitän

Rom (Italien) - Der Kapitän des Rettungsschiffes "Eleonore" Claus-Peter Reisch ist nach Angaben der Organisation "Mission Lifeline" von den italienischen Behörden mit einem Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro belegt worden. Dagegen habe man Widerspruch eingelegt.

Reisch, als er den Ehrenpreis "Löwenherz" Anfang dieses Jahres vom Deutschen Nationaltheater erhalten hat.
Reisch, als er den Ehrenpreis "Löwenherz" Anfang dieses Jahres vom Deutschen Nationaltheater erhalten hat.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir sehen eine 50-50-Chance, dass man da noch drum rumkommt", sagte Mission-Lifeline-Sprecher Axel Steier der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Er machte den Notstand geltend, in dem sich Reisch aus Landsberg am Lech befunden habe.

Die "Eleonore" war am Montag mit gut 100 Migranten an Bord trotz eines Verbots in den Hafen Pozzallo auf Sizilien eingelaufen (TAG24 berichtete).

Das Schiff wurde anschließend beschlagnahmt. "Wir rechnen mit dem Verlust des Schiffes", sagte Steier. Den Wert der "Eleonore" bezifferte er auf rund 300.000 Euro, wovon die Hälfte auf die technische Ausrüstung entfalle.

Für den Kauf eines neuen Schiffes gebe es schon Spendenzusagen für etwa die Hälfte des Kaufpreises. "Es wäre falsch, jetzt aufzugeben", sagte Steier.

Im vorigen Jahr hatte die Organisation das Schiff "Lifeline" verloren, das in Malta beschlagnahmt wurde.

Steier äußerte sich wenig optimistisch, dass sich die harte Haltung Italiens gegenüber privaten Seenotrettern im Mittelmeer nach dem Regierungswechsel in Rom wesentlich ändern werde.

Dort war am Donnerstag das Kabinett aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten vereidigt worden. Die rechte Lega, deren Chef Matteo Salvini Innenminister war, gehört der Regierung nicht mehr an.

Blick auf das Rettungsschiff "Eleonore".
Blick auf das Rettungsschiff "Eleonore".  © Twitter/Seegezwitscher

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