Neuer Grenzwert soll vor schlechter Luft durch Schiffsabgase schützen

Hamburg - Mit dem Jahreswechsel wird die Schifffahrt weniger umweltschädlich.

Eine dunkle Abgaswolke tritt aus dem Schornstein einer Ostsee-Fähre in Rostock aus. (Archivbild)
Eine dunkle Abgaswolke tritt aus dem Schornstein einer Ostsee-Fähre in Rostock aus. (Archivbild)  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Der Brennstoff für die Dieselmotoren an Bord darf nicht mehr als 0,5 Prozent Schwefel enthalten, statt wie bisher 3,5 Prozent.

Das sieht das 2012 beschlossene Regelwerk der internationalen Schifffahrtsorganisation IMO vor, das nun in Kraft tritt.

Auf Nord- und Ostsee und in den deutschen Häfen gilt schon länger ein Grenzwert von 0,1 Prozent.

Doch für den Umweltschutz auf hoher See, fernab von europäischen oder amerikanischen Küsten und Häfen, hatten die Reedereien nicht viel übrig und verfeuerten als Treibstoff stark schwefelhaltiges Schweröl.

Zum Jahresende ist damit Schluss, sofern keine besonderen Reinigungsanlagen an Bord sind.

Rund 80 Prozent der Schiffe in der deutschen Flotte und auch international werden schätzungsweise auf Treibstoff mit niedrigem Schwefelgehalt umsteigen.

Reedereien erwarten Kosten in Milliarden-Höhe

Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" fährt in den Hamburger Hafen ein. (Archivbild)
Das Hapag-Lloyd-Containerschiff "Guayaquil Express" fährt in den Hamburger Hafen ein. (Archivbild)

Die Aufrüstung mit Reinigungsanlagen oder der Umstieg auf verflüssigtes Erdgas (LNG) wie beim Kreuzfahrtschiff Aidanova spielen eine untergeordnete Rolle.

Große Schiffe benötigen 100 bis 200 Tonnen Treibstoff pro Tag, je nach Größe und Ladung. Die Bunkerkosten sind ein wesentlicher Teil der Betriebskosten.

Der neue Treibstoff ist rund 50 Prozent teurer als der alte. Die Container-Linienreederei Hapag-Lloyd erwartet Mehrkosten von rund einer Milliarde Dollar pro Jahr; beim weltgrößten Reedereikonzern Maersk sind es zwei Milliarden.

Insgesamt rechnen Experten nach einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg mit Zusatzkosten von 60 Milliarden Dollar.

Die Abgase der Schiffe werden als wesentlicher Faktor für schlechte Luftqualität am Hamburger Hafen und in Kiel verantwortlich gemacht.

Titelfoto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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