Darum will Sachsen diesen Friedhof für Nazi-Opfer verkaufen

Kann man diesen Friedhof für Ermordete einfach so verkaufen?
Kann man diesen Friedhof für Ermordete einfach so verkaufen?  © Ralf Seegers

Schkeuditz - Kann man einen Friedhof für Ermordete einfach so verkaufen? Die landeseigene Immobilien-Gesellschaft ZFM will den Friedhof Altscherbitz verscherbeln. Hier wurden einst 2060 Opfer der Nazi-Euthanasie bestattet.

Die Zeit zwischen 1933 und 1945 gehört zu den ganz dunklen Kapiteln des Psychiatrie-Krankenhauses Altscherbitz. Behinderte wurden damals als „lebensunwertes Leben“ zu Tode gepflegt.

Historiker Hagen Markwardt von der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein: „Es gab Fälle, wo gezielt medikamentös gemordet wurde. Viele starben aber an systematischer Unterernährung und Hunger.“ Ein Denkmal oder eine Gedenkstätte wurde den Opfern in Altscherbitz bisher nicht gesetzt.

Im kommenden Jahr läuft die gesetzliche Liegezeit für den Friedhof aus. Beim Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement (ZFM) haben sich jetzt Interessenten gemeldet, welche die 21 000 Quadratmeter große Grünfläche erwerben möchten.

ZFM-Vize Dieter Ruf: „Die Kaufinteressenten wollen die Verkaufsfläche nur zu privaten Zwecken kaufen. Es handelt sich nicht um Investoren und nicht um einen gewerblichen Grundstückskauf.“

Dass die Pflichten aus dem Gräbergesetz - etwa dauerndes Ruherecht bei Gewaltopfern - erfüllt werden, soll vertraglich fixiert werden.


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