Schlager-Star Karel Gott ist tot! Er starb im Kreise seiner Familie

Prag - Karel Gott (80) ist tot. Er verstarb an seiner schweren Krankheit, die er erst vor wenigen Wochen öffentlich machte.

Schlager-Star Karel Gott ist gestorben.
Schlager-Star Karel Gott ist gestorben.

Der beliebte Schlagersänger Karel Gott ("Biene Maja") ist tot. Er starb kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK berichtet.

Seine Sprecherin Aneta Stolzova hatte mitgeteilt: „Im Alter von 80 Jahren starb am Dienstag kurz vor Mitternacht der Sänger Karel Gott. Er starb zu Hause im Kreis seiner Familie“

Auch seine Ehefrau äußerte sich bereits: "In tiefster Trauer im Herzen teile ich mit, dass gestern kurz vor Mitternacht nach schwerer und langen Krankheit mein geliebter Ehemann von mir gegangen ist. Er war zu Hause in einem ruhigen Schlaf, im Kreise seiner Familie", so Ivana Gottová (43).

Der Schlagerstar machte erst vor wenigen Wochen öffentlich, dass er an Leukämie leide (TAG24 berichtete). Er sagte daraufhin alle Termine und öffentlichen Auftritte ab.

2016 hatte Karel Gott den Krebs schon mal besiegt

So bedankte sich Karel Gott noch am 17. September bei seinen Fans.
So bedankte sich Karel Gott noch am 17. September bei seinen Fans.  © Facebook/Karel Gott

Tagelang hatte er sein Haus im Prager Villenviertel Bertramka nicht verlassen, wie die tschechische Presse berichtete. Dann wandte er sich in einem Facebook-Post an seine Fans.

"Gerade lese ich Eure weiteren schönen Nachrichten und Wünsche und habe eine riesige Freude daran. Danke Euch…", schrieb er zeigte dazu ein Foto von sich, am Computer sitzend.

2015 war Karel Gott an einem Non-Hodgkin-Lymphom (bösartige Erkrankung des Lymphsystems) erkrankt. 2016 hatte er nach sechs Zyklen Chemotherapie die Krankheit besiegt. Vor 18 Monaten stellten die Ärzte bei ihm eine Blutbildungsstörung fest, die sich in eine akute myeloische Leukämie gewandelt hat.

Diesmal hat er den Kampf leider verloren. Er hinterlässt vier Töchter und seine Ehefrau Ivana (43).

Vor 59 Jahren entschied er sich für ein Leben auf der Bühne

Karel Gott gibt James Last ein Autogramm.
Karel Gott gibt James Last ein Autogramm.  ©  Lothar Heidtmann/dpa-Zentralbild/dpa

Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 in Pilsen geboren, Nach einem gescheiterten Versuch Kunst zu studieren, lernte er Elektromonteur. Schon während der Ausbildung begann er mit dem Singen.

1960 legte er endgültig seine Monteurskluft ab und startete seine Karriere im Prager Theater Semafor. Bereits drei Jahre später gewann er die "goldene Nachtigal", ein Publikumspreis für Tschechiens Lieblingssänger.

1968 nahm er erstmals am Eurovisionscontest teil. Am Ende erreichte er nur Platz 13, aber weil er mit dem deutsch gesungenen Lied „Tausend Fenster“ für Österreich antrat, sorgte das für seinen internationalen Durchbruch.

„Manchmal hat mir das Gott-Pseudonym in Deutschland sehr geholfen“, hat Karel Gott immer wieder betont.

Probleme mit dem kommunistischen Regime

Weniger bekannt ist, dass Gott ein großes Problem mit dem kommunistischen Regime hatte, das 1971 seinen Höhepunkt fand, als der Sänger nicht mehr aus der Bundesrepublik nach Prag zurückkehrte.

Er war mittlerweile jedoch zu berühmt, um das zu ignorieren. Das Drama endete mit einem Waffenstillstand - Präsident Husak versprach Gott Versöhnung.

Heute würdigt ihn die Politik als großen Tschechen

Heute ist das anders, nur wenige Minuten nachdem sein Tod öffentlich bekannt wurde, sprach Ministerpräsident Andrej Babiš auf Twitter nahezu liebevoll über den Sänger:

"Karel Gott begleitete mich seit meiner Jugend. Und das jeden von uns. Er ist einer der größten Tschechen, den wir erleben durften. Und ich glaube, das wird auch für immer so bleiben. Es tutu mir so unendlich leid. Ich werde eine Kerze anzünden und etwas von ihm aus den 1960er Jahren anhören. Meister, ich verehrte Sie. Viel mehr als ich in der Lage bin auszudrücken."

Insgesamt hat er fast 300 Platten auf den Markt gebracht. Hits wie die „Biene Maja“ oder „Babicka“ erlangten international größte Erfolge.

Gott lebt weiter

Vor wenigen Tagen erst beendete Karel Gott die Aufnahmen zu einer Filmdokumentation über sein Leben. „Unser Film darf nicht langweilig werden“, wiederholte er immer wieder gegenüber der Regisseurin Olga Spatova.

Die Aufnahmen begannen im Oktober 2018. Sie zeigen Gott nicht nur als Sänger bei Auftritten. Es wurden Szenen mit Fans in Hamburg und Tschechien gedreht. Gott zeigt sich zu Hause im Kreis der Familie, aber auch auf seinem Wochenendhaus in der Böhmischen Schweiz, nahe der sächsischen Grenze.

„Eigentlich sollte der Film 2019 gezeigt werden, zu meinem 80. Geburtstag. Aber weil ich mit der Familie noch diesen schönen Sommer erlebte, wollte ich, dass wir weiter drehen“, teilte Gott in den tschechischen Medien mit.

Im Frühling 2020 soll der Film ausgestrahlt werden.

So soll Karel Gott nun posthum geehrt werden

Wie der tschechische Premier Andrej Babiš bestätigte, wird der Schlagersänger ein Stabsbegräbnis erhalten. Dies schlug er zuvor der Regierung vor. An welchem Tag das Begräbnis stattfinden wird, ist noch unbekannt. Fest steht aber, dass am gleichen Tag eine Staatstrauer angeordnet ist. Karel Gotts Familie stimmte den Plänen zu.

Auch Kulturminister Lubomír Zaorálek schaltete sich in die Diskussion ein: "Wir werden darüber verhandeln, wie das Begräbnis genau aussehen wird", äußerte er.

Auch von sportlicher Seite erhält der Tod des Musikers Anteilnahme. Am Mittwochabend treffen im Signal Iduna Park Borussia Dortmund und Slavia Prag aufeinander, Anpfiff ist gegen 18.55 Uhr, davor soll eine Gedenkminute abgehalten und Musik des Schlagerstars gespielt werden.

Auf YouTube erinnern Fans außerdem an ein kultiges Stefan-Raab-Video, das Karel Gott bei einem Live-Auftritt im Westfalenstadion zeigt.


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