Insider warnt: "Wenn sich nichts ändert, wird es richtig funken."

Das ungewohnte Essen ist für viele Flüchtlinge eine große Umstellung.
Das ungewohnte Essen ist für viele Flüchtlinge eine große Umstellung.

Offenbach - Shams ul-Haq ist selbst als Flüchtling mit Schleusern vor 25 Jahren nach Deutschland gekommen.

Er kennt das Gefühl wie es ist, als junger Mann auf der Flucht zu sein, Angst vor der Zukunft zu haben und sich in fremder Umgebung und Kultur zurechtfinden zu müssen.

Deshalb will der Pakistani zwischen Deutschen und Asylbewerbern vermitteln und verbringt viel Zeit im Erstaufnahmeheim seiner Heimat Offenbach. Das berichtet der Sender N24.

Von dem, was er dort an vielen Tage erlebt, bringt er eine ernste Warnung mit. Er sagt ganz klar: "Wenn die Probleme nicht so schnell wie möglich gelöst werden, wird es hier richtig funken."

Mit Problemen meint er, dass die Flüchtlinge in Erstaufnahmelagern oft wochenlang warten müssen, bis sie überhaupt registriert werden. Außerdem kommen sie mit der Langeweile der endlosen Tage ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit nicht zurecht.

Es gebe keine Gebetsräume. Das Essen wird oft als zu schlecht kritisiert. Außerdem fehle es an warmer Kleidung, Decken, wirklichen Betten, medizinischer Versorgung und W-Lan.

Langeweile und fehlende Privatsphäre sind ein großes Problem in den Asylheimen.
Langeweile und fehlende Privatsphäre sind ein großes Problem in den Asylheimen.

Ein großes Problem unter den Flüchtlingen ist darüber hinaus die Gerüchteküche. Sie heizt die Stimmung zusätzlich auf.

"Viele denken, dass die Bundesrepublik Geld für Flüchtlinge von den Vereinten Nationen oder sonst woher bekommt und nicht an sie weiterleitet. Sie glauben, dass Deutschland an ihnen verdient", erklärte Haq bei N24.

Andere sind davon überzeugt, dass syrische Flüchtlinge von den deutschen Behörden bevorzugt behandelt werden. Solche Gerüchte ließen sich kaum aus der Welt schaffen.

Am Dienstag eskalierte die Situation bereits in Hamburg. Wie Focus-Online berichtete protestierten dort rund 50 Eritreer auf der Straße gegen ihre Unterbringung. Am Ende eskalierte alles in einem Straßenkampf. Polizisten wurden angegriffen und die Ausländer traten massiv nach deren Diensthunden.

Der Chef des hessischen Arbeitersameriterbundes (ASB), Ludwig Frölich, sieht die Kritik an der Unterbringung der Flüchtlinge allerings als übertrieben an.

"Die Mitarbeiter und der ASB geben alles, damit es den Leuten gut geht", sagt er bei N24. "Es ist keine Luxusunterkunft, aber es funktioniert."

Frölich war auch schon in Asyllagern in der Türkei und dem Libanon."Verglichen damit, wie die Menschen dort leben müssen, sind die Standards bei uns doch weit über dem internationalen Level."

Eine unglaubliche berührende Reportage hat dazu auch die Zeit geschrieben. Sie heißt "Kehrt um!" und berichtet, wie Menschen in Slowenien mit Tränengas in Lager getrieben werden und dort ohne Nahrung, Zelte oder Essen fast erfrieren. Unbedingt lesen!

Fotos: Ralph Köhler,imago,dpa


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