Warnstreik bei der Post: Hunderttausende Pakete im Norden nicht ausgeliefert

Kiel/Schwerin - In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind am Samstag nach Gewerkschaftsangaben hunderttausende Briefe nicht bei den Adressaten gelandet.

Beschäftigte der Deutschen Post nehmen an einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi teil.
Beschäftigte der Deutschen Post nehmen an einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi teil.  © Moritz Frankenberg/dpa

Grund war ein Warnstreik im aktuellen Tarifkonflikt bei der Deutschen Post. Die Streikbereitschaft sei sehr hoch gewesen, sagte ein Verdi-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Laut Verdi sollten in Schleswig-Holstein bis zu 330.000 Briefe unbearbeitet und bis zu 50.000 Pakete liegen bleiben. Betroffen seien rund eine Million Haushalte.

In Mecklenburg-Vorpommern seien es bis zu 200.000 Briefe und bis zu 28.000 Pakete gewesen. Im Nordosten seien rund 375.000 Haushalte betroffen.

Bislang habe die Post kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Postdienste Hamburg/Nord, Lars-Uwe Rieck. 

Die Gewerkschaft fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140.000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel. 

Umsatz der Post gestiegen

Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen der Corona-Pandemie.

Im zweiten Quartal dieses Jahres war der Umsatz der Post mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,63 Milliarden Euro gestiegen.

Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter in Kassel ihre Verhandlungen fortsetzen.

Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa

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