54 Menschen starben im Mittelmeer: So geht es weiter im Schleuser-Prozess

Kiel - Vor dem Kieler Landgericht muss sich derzeit ein 28-jähriger Iraker wegen Einschleusens mit Todesfolge verantworten (TAG24 berichtete).

Bei einer Demonstration für Seenotrettung in Hamburg schwimmt ein Blumenstrauß im Wasser.
Bei einer Demonstration für Seenotrettung in Hamburg schwimmt ein Blumenstrauß im Wasser.  © DPA

Am Mittwoch werden die Plädoyers in dem Fall erwartet. Zuvor will das Kieler Landgericht möglicherweise noch weitere Zeugen anhören und Dokumente verlesen.

Der Angeklagte soll mit vier Komplizen 26 Menschen an Bord eines Flüchtlingsbootes gebracht haben. Vier von ihnen starben bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland, darunter zwei Kinder.

Laut Anklage kenterte das überladene Holzboot, das mit mehr als 300 irakischen Flüchtlingen besetzt war, im Oktober 2015 im Mittelmeer. Insgesamt starben bei der Überfahrt mindestens 54 Menschen, berichtet die Staatsanwaltschaft. Zwei werden noch vermisst.

Für die Schleusungen soll der Angeklagte einen fünfstelligen Betrag erhalten haben. Ihm drohen nun zwischen drei und zehn Jahren Haft. Der 28-Jährige, selbst Vater zweier Kinder, bestreitet die Vorwürfe.

Vor dem Kieler Landgericht muss sich der 28-Jährige verantworten.
Vor dem Kieler Landgericht muss sich der 28-Jährige verantworten.  © DPA

Titelfoto: DPA

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