Das dunkle Geheimnis von Schloss Ebersdorf

Rund 23 000 Kriegsgefangene waren zwischen 1914 und 1921 in Chemnitz-Ebersdorf. Historische Fotos belegen das Geschehen.
Rund 23 000 Kriegsgefangene waren zwischen 1914 und 1921 in Chemnitz-Ebersdorf. Historische Fotos belegen das Geschehen.  © Repro: Uwe Meinhold

Chemnitz - Lange vergangen, aber längst noch nicht vergessen: Im Stadtteil Ebersdorf befand sich vor 100 Jahren ein großes Kriegsgefangenenlager. Im Schlossbergmuseum gibt es ab Sonntag dazu eine Sonderausstellung.

Gezeigt werden unter anderem Postkarten von Kriegsgefangenen. „Rund 23.000 Häftlinge gab es zwischen 1914 und 1918“, sagt Museums-Leiter Uwe Fiedler (55). Im Mittelpunkt steht das Kriegsgefangenenlager Chemnitz-Ebersdorf, in dem zwischen 1914 und 1921 französische, britische und russische Militärangehörige interniert waren.

Der Alltag der Kriegsgefangenen wird aus zwei Sichtweisen beleuchtet: Zum einen jener der offizielle Fotografien, die im Auftrag der Stadt Chemnitz und der Militärverwaltung zum Lagerleben angefertigt wurden.

Diese handgemalten Postkarten von Kriegsgefangenen entstanden im Lager Chemnitz-Ebersdorf. 
Diese handgemalten Postkarten von Kriegsgefangenen entstanden im Lager Chemnitz-Ebersdorf.   © Repro: Uwe Meinhold


„Die Bilder werden kontrastiert von handgemalten Postkarten, die Lagerinsassen selbst fertigten“, so Uwe Fiedler.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Technischen Universität Chemnitz. „Der Erste Weltkrieg ist angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkrieges in den Hintergrund getreten“, so Ulrike Brummert, Professorin am Institut für Europäische Studien.

Diesen „weißen Fleck auf der Geschichtslandkarte“ will aber nicht nur die bis zum 13. November zu sehende Sonderausstellung erhellen. „Wir planen eine Ausstellung mit den Fotografien und ein Buch zur 875-Jahr-Feier der Stadt Chemnitz.“ Die findet 2018 statt.

Geöffnet ist die Sonderschau dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, Eintritt ab 4 Euro.