Pausenbrot mit Blei vergiftet: Was macht das mit dem Körper?

Schloß Holte-Stukenbrock - Bleivergiftungen wie beim mutmaßlichen Fall in Schloß Holte-Stukenbrock (TAG24 berichtete) sind äußerst selten und schwer nachzuweisen.

Die Anzeichen einer Bleivergiftung können auch auf andere Krankheiten hindeuten. (Symbolbild)
Die Anzeichen einer Bleivergiftung können auch auf andere Krankheiten hindeuten. (Symbolbild)  © dpa, 123rf

Sie selbst habe in langjähriger Berufspraxis gerade einmal zwei Fälle erlebt, sagte eine Sprecherin der Informationszentrale gegen Vergiftungen an der Universität Bonn.

Das Gift schädige massiv Nerven, Leber, Nieren und hemme die Blutbildung. Eine Diagnose falle aber schwer, weil Symptome wie Lähmungen, Zittern, Schwindel oder Zahnfleischverfärbungen auch auf andere Krankheiten hindeuten könnten.

Bei einer Exhumierung der Leichen werde sich das Blei aber wahrscheinlich nachträglich nachweisen lassen, sagte sie.

Ein 56-jähriger Mitarbeiter einer Firma in der ostwestfälischen Stadt soll ein Pulver mit Bleiacetat auf Pausenbrote von Kollegen gestreut haben. Das sei für die Opfer kaum zu schmecken, sagte die Toxikologin. In der Wohnung des Mannes wurden außerdem Stoffe wie Quecksilber und Cadmium gefunden. Cadmium gilt als krebserregend.

In dem Unternehmen waren auffällig viele Beschäftigte noch vor dem Renteneintritt an Herzinfarkten und Krebs gestorben.

Titelfoto: dpa, 123rf


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