Schluss mit dem Pappbecher-Irrsinn: Klares Zeichen mit Starbucks-Protestaktion

Berlin - Wer in diesen Tagen der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg noch seinen Kaffee zum Mitnehmen im Einwegbecher vor sich herträgt, erntet oft schiefe Blicke. Doch da das Bewusstsein für den Pappbecher-Wahn noch nicht durchgängig geschärft ist, hat die Umweltorganisation Robin Wood eine Protestaktion vor einem Starbucks-Café am Brandenburger Tor in Berlin gestartet.

 Ein Vogel hält mit seinem Schnabel einen Pappbecher in die Höhe.
Ein Vogel hält mit seinem Schnabel einen Pappbecher in die Höhe.  © Marijan Murat/dpa

Doch warum gerade dort? Die Antwort lieferte eine Sprecherin der Umweltorganisation am Samstagmorgen.

"Starbucks am Pariser Platz schenkt an den Sitzplätzen Kaffee in Wegwerfbechern aus. Das belastet die Umwelt", erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Das sei umso pikanter, da dies nicht in Einklang mit der "Selbstpräsentation des Unternehmens", wie es weiter hieß. Immerhin gebe sich der Kaffee-Riese als umweltfreundlich und hat sich nachhaltig auf die Fahnen geschrieben.

Und was sagt Starbucks selbst dazu? Nach Informationen der dpa konnte am Samstag zunächst kein Statement eingeholt werden.

So lief die Protestaktion ab

Einweg-Kaffeebecher und Plastikschalen stapeln sich an einem Gehweg.
Einweg-Kaffeebecher und Plastikschalen stapeln sich an einem Gehweg.  © Gregor Fischer/dpa

Die Aktivisten zeigten auf einem Banner vor der Filiale, wie viele Wegwerfbecher an Kunden ausgegeben werden

Innerhalb von dreieinhalb Stunden (8:00 bis 11:30 Uhr am Samstag) wurden sage und schreibe 650 Becher gezählt.

Dabei gibt es eine klime- und umweltschonenden Variante, die sogar bares Geld spart, wie die Sprecherin erklärte: "Theoretisch können die Kunden auch eigene Becher mitbringen. Sie erhalten den Kaffee dann 30 Cent günstiger."

Das Konzept trug bislang jedoch kaum Früchte, da Starbucks auf diese Möglichkeit nicht genug werbungstechnisch aufmerksam macht – trotz mehrmaligen Anmerkens der Umweltorganisation. "Wir haben hier in der Vergangenheit schon dreimal dafür demonstriert", machte die Sprecherin deutlich.

Probleme der Einwegbecher: Aufgrund ihrer Innenbeschichtung und des Kunststoffdeckels sind sie nur schwer zu verwerten. Sie landeten in der Regel im Restmüll, sagte die Sprecherin. Als Grund soll das Unternehmen den Umweltschützern gesagt haben: "Zu wenig Platz zum Spülen". Alternativen könnten daher nicht angeboten werden.

Allein in Berlin landen jeden Tag 460.00 Einwegbecher in den Mülleimern der Stadt. Deutschlandweit gesehen sind es nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe 2,8 Milliarden Becher pro Jahr, was 40.000 Tonnen Abfall entspricht..

Titelfoto: Gregor Fischer/dpa

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