Fernbus-Preise steigen, Bahn reagiert mit Schnäppchen-Offensive

Berlin - Hier ein Euro mehr für den Fahrschein, dort 90 Cent - ist die Nachfrage auf einer Strecke groß oder kein Zug in Sicht, drehen auch die Fernbus-Anbieter am Preis. Ein aktueller Trend, der Viel-Fahrer wie Studenten schmerzen dürfte. Doch wie lange wird dieser anhalten?

Ein Fernbus steht am Bahnhof in Freiburg (Baden-Württemberg) neben einem ICE-Zug der Deutschen Bahn.
Ein Fernbus steht am Bahnhof in Freiburg (Baden-Württemberg) neben einem ICE-Zug der Deutschen Bahn.  © Patrick Seeger/dpa

Reisen mit dem Fernbus wird teurer.

Als Normalpreis mussten Fahrgäste nach neuesten Daten vom April durchschnittlich 10,2 Cent je Kilometer bezahlen, vier Prozent mehr als zur selben Zeit im Vorjahr, wie aus einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Iges hervorgeht.

Vor drei Jahren, als der Markt noch heftig umkämpft war, lag der Normalpreis demnach bei 8,6 Cent.

Iges-Geschäftsführer Christoph Gipp hält weitere Preissteigerungen für möglich. "Vielleicht werden wir irgendwie noch die 11 Cent erreichen", sagte Gipp der Deutschen Presse-Agentur. "Aber weiter wird es nicht gehen. Der Trend ist nicht unendlich ausweitbar."

Der Bus müsse immer etwas billiger bleiben als die Bahn, die auf vielen Strecken schneller ist - sonst stiegen die Kunden um.

Deutsche Bahn will Kunden mit Dauer-Sparpreistickets zurückgewinnen

Um nicht weiter Kunden an die Fernbus-Anbieter, Billigflieger oder Mitfahrzentralen zu verlieren, kündigte die Deutsche Bahn Sparpreistickets ab 19,90 Euro an. Diese sind dann ab August dauerhaft zu haben.

Wer stolzer Besitzer eine Bahncard ist, kann den Preis sogar auf unter 15 Euro senken.

Doch ob die Bahn damit Kunden zurückgewinnen kann? Im Kampf um Fahrgäste, die besonders auf den Preis achten, lässt der Fernbus allerdings nicht nach: Sparpreis-Tickets kosteten per April durchschnittlich 3,8 Cent pro Kilometer. Um diesen Betrag pendelt der Preis seit drei Jahren ein - bei unverändert großen Kontingenten, wie Iges vermutet. "Eine Verknappung sehen wir nicht", sagte Gipp.

Zudem bescheren Zusatzgepäck, Reservierungen und Snacks den Bunsunternehmen zusätzliche Einnahmen, die jedoch in den Iges-Zahlen nicht berücksichtig sind.

Auf dem deutschen Fernbusmarkt dominiert gut fünf Jahre nach der Liberalisierung und nach mehreren Übernahmen Flixbus. Die grünen Busse fahren nach Iges-Zahlen 94 Prozent aller Fahrplankilometer.

Titelfoto: Patrick Seeger/dpa


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