Schmäh-Mails, Intrigen und heimliche Tonaufnahmen: Eskalation in der AfD!

Stuttgart - Der Machtkampf im Vorstand der baden-württembergischen AfD eskaliert.

Bernd Gögel spricht beim Parteitag im Februar zu den Delegierten.
Bernd Gögel spricht beim Parteitag im Februar zu den Delegierten.  © Stefan Puchner/dpa

In einem Schreiben der Landesgeschäftsstelle an die Kreisvorstände fordern acht Mitglieder des Vorstands um Parteichef Bernd Gögel den Co-Sprecher Dirk Spaniel zum Rücktritt auf.

Das Vertrauensverhältnis sei aufgrund von Spaniels respektlosen Äußerungen über die eigenen Kollegen endgültig beschädigt, heißt es in dem Rundschreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagabend zugespielt wurde.

"Wir fordern Herrn Spaniel auf, weiteren Schaden von der Partei abzuwenden, die Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zu ziehen und als Landesvorsitzender der AfD Baden-Württemberg zurückzutreten."

Im Vorstand liefern sich Gögel und Spaniel schon länger einen heftigen Machtkampf. Dabei geht es um Intrigen, Schmäh-Mails, rüden Umgangston, Alleingänge und heimliche Tonaufnahmen. Gögel gilt als gemäßigt, Co-Sprecher Dirk Spaniel als dem völkisch-nationalistischen Flügel nahestehend.

Im Herbst könnte es auf einem Sonderparteitag zur Machtprobe kommen.

Update: 14.09 Uhr

"Spaniel hat Grenze überschritten"

Dirk Spaniel, Co-Vorsitzender der AfD Baden-Württemberg.
Dirk Spaniel, Co-Vorsitzender der AfD Baden-Württemberg.

Mit jüngsten Äußerungen gegenüber seinen Vorstandskollegen hat AfD-Co-Landeschef Dirk Spaniel nach Worten des stellvertretenden Landesvorsitzenden Thilo Rieger eine Grenze überschritten.

Spaniel habe mit einem Schreiben gegen seine Parteikollegen das Fass zum Überlaufen gebracht, sagte Rieger der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Dort hatte Spaniel AfD-Landeschef Bernd Gögel als überfordert bezeichnet und AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen der Feigheit beschuldigt.

"Spaniel hat die Grenze überschritten", sagte Rieger. Er müsse zurücktreten - oder sich zumindest entschuldigen. Man wolle seine Reaktion abwarten.

Die Mehrheit um Gögel wolle angesichts des eskalierenden Machtkampfs zwar noch keinen Sonderparteitag einberufen, ihn aber auch nicht ausschließen, sagte Rieger. "Wenn uns große Teile der Mitglieder um einen Parteitag bitten, dann werden wir das machen."

Bisher hatte vor allem das Spaniel-Lager auf einen Sonderparteitag gedrängt. Es gebe aber bislang nur zwei formal gültige Anträge von Kreisverbänden, sagte Rieger. Nötig seien fünf.

Update 14.30 Uhr

Spaniel appelliert den Konflikt bis zu den Landtagswahlen ruhen zu lassen

AfD-Co-Landeschef Dirk Spaniel hat seine Kollegen im Landesvorstand nach Rücktrittsforderungen gegen ihn zur Geschlossenheit mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen aufgerufen.

"Als Landesvorstand haben wir gegenüber unseren Parteifreunden im Osten die Verantwortung, diese in ihrem Wahlkampf zu unterstützen und eigene Konflikte wenigstens bis zu den Wahlen ruhen zu lassen", teilte er am Freitag mit. Daher werde er sich bis zur Schließung der Wahllokale in zwei Wochen nicht äußern. Er bitte auch seine Kollegen im Vorstand, "kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen".

Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt, am 27. Oktober in Thüringen.

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