Ihr werdet nicht glauben, wo dieser Stollen herkommt

Konditormeister Lorenz Endter holt seine Stollen nach 30 Tagen Ruhezeit wieder aus dem Stollen.
Konditormeister Lorenz Endter holt seine Stollen nach 30 Tagen Ruhezeit wieder aus dem Stollen.  © DPA

Schmalkalden - Hier kommt der Stollen aus dem Stollen: Wo einst Bergleute Roteisenerz aus der Erde holten, reift heute Christstollen für den Adventsteller.

Hunderte lagern jedes Jahr in den Wochen vor Weihnachten tief unter der Erde im thüringischen Schmalkalden. Platz dafür bietet das Besucherbergwerk Finstertal.

"Da ist es stockdunkel, es gibt keine Klimaänderung", schildert Konditormeister Lorenz Endter Vorteile für die Stollen bei acht Grad Celsius.

Gemeinsam mit Tochter Anna und seinem Team backt er noch über Tage, aber dann kommen die Stollen für mindestens 30 Tage in die Grube. "Ein Stollen schmeckt auch frisch nach dem Backen, aber dann hat noch nicht jedes Aroma jede Stelle erreicht", berichtet Endter.

100 Meter unter Tage hat der Stollen von Anna Endter geruht, nun kann er gegessen werden.
100 Meter unter Tage hat der Stollen von Anna Endter geruht, nun kann er gegessen werden.  © DPA

Wo jetzt das Backwerk in Kisten lagert, wurde früher der Sprengstoff für den Abbau aufbewahrt. "Der Geruch des Stollens liegt in der gesamten Grube in der Luft, unbeschreiblich", schwärmt Bergwerk-Verwalter Karl Hauck.

Die Grube sei "eine ideale Reifekammer". Vier bis sechs Wochen liegt der Christstollen unter Tage. "Alles ist hygienisch geprüft", versichert Hauck.

Vor acht Jahren wurde das Bergwerk zum ersten Mal als Kühlkammer genutzt. Auch in Hessen oder Sachsen gibt es solche Praktiken.

Die Grube ist seit 1959 Besucherbergwerk. Sie war mit kurzzeitiger Unterbrechung von 1858 bis 1934 in Betrieb.

Nach den Worten von Hauck fahren jedes Jahr zwischen 7000 und 10 000 Besucher unter Tage und schauen sich um, wie früher Erze abgebaut wurden.

Titelfoto: DPA


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