"Schneeberg wird brennen!" - Dafür musste er vor Gericht

Schneebergs Ex-Bürgermeister Frieder Stimpel (62, CDU), Maik K. (51, re.) im Landgericht.
Schneebergs Ex-Bürgermeister Frieder Stimpel (62, CDU), Maik K. (51, re.) im Landgericht.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz/Schneeberg - „Wenn sich in Schneeberg nichts ändert, wird Schneeberg brennen.“ Dieser Satz brachte Maik K. (51) auf die Anklagebank des Landgerichts. Der Mechaniker soll ihn laut Anklage dem Schneeberger Ex-Bürgermeister Frieder Stimpel (62, CDU) an den Kopf gehauen haben.

Unter dem Motto „Schneeberg ist bunt“ hatte Stimpel in seiner Amtszeit versucht, braunen Ungeist aus der Stadt zu vertreiben. Für das Bürgerfest im August 2014 holte der Politiker sogar Schlagerstar Matthias Reim (57) nach Schneeberg.

Auf dem Markt soll Maik K. dem damaligen Rathaus-Chef seine Visitenkarte gegeben, die Drohung ausgesprochen haben und davongeradelt sein. „Ich habe sofort die Polizei informiert“, erinnert sich Stimpel, der bis August dieses Jahres mehr als 20 Jahre Bürgermeister der Bergstadt war.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Aue den Mechaniker wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt. Der Angeklagte bestritt die Tat, ging in die Berufung vor dem Landgericht Chemnitz.

Urteil diesmal: Freispruch. Begründung: Der Tatbestand sei nur erfüllt, wenn er sich gegen eine Person richte. Richter Kay-Uwe Sander (48): „Dennoch ist dieser Satz in einer so gefährlichen Zeit für Menschlichkeit und Menschenrechte so unangemessen wie kaum ein anderer.“

Fotos: Haertelpress


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