Schöffe tot! Prozess um Giftmord an Kleinkind wird neu aufgerollt

Der Prozess am Landgericht Potsdam muss noch einmal neu beginnen.
Der Prozess am Landgericht Potsdam muss noch einmal neu beginnen.  © dpa/Ralf Hirschberger

Potsdam - Hat ein 37-Jähriger den kleinen Sohn seiner Lebensgefährtin vergiftet, weil ihn das Kindergeschrei genervt hat oder nicht?

Der aufsehenerregende Prozesse am Landgericht Potsdam stand im Dezember 2017 schon kurz vor der Urteilsverkündung – jetzt fängt er noch einmal ganz von vorne an.

Der Grund: Ein 67-jähriger Laienrichter, ein sogenannter Schöffe, war völlig überraschend verstorben (TAG24 berichtete)!

Ab Montag um 9 Uhr wird das Giftmord-Verfahren also komplett neu aufgerollt, Zeugen müssen neu angehört werden, etc.

Die Schreckenstat: Der Angeklagte soll im März 2014 den erst 18-monatigen Sohn in der Plattenbausiedlung Schlaatz mit einem tödlichen Medikamentencocktail vergiftet haben.

Feige versteckt der Angeklagte sein Gesicht. (Archiv)
Feige versteckt der Angeklagte sein Gesicht. (Archiv)  © DPA

Laut Staatsanwaltschaft war der Junge ein Frühchen, das unter Krankheiten litt und daher oft schlecht einschlafen konnte.

Der Beschuldigte soll dem Kind mehrmal Arznei zur Beruhigung verabreicht haben, die ihm selbst verschrieben wurde.

Schließlich habe der 37-Jährige den tödlichen Cocktail aus Schmerz- und Schlaftabletten mit Brei und süßem Tee gemischt, weil er ruhig schlafen wollte.

Der Mann hatte sich im Prozess nicht zu den schweren Vorwürfen geäußert. In seinen Polizei-Vernehmungen hatte er angegeben, er wisse nicht, wie das Kind an die Medikamente gekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem ersten Verfahren lebenslange Haft wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Nebenklage der Mutter hatte ebenfalls diese Höchststrafe gefordert.

Titelfoto: DPA


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