"Rücksichtslos geplündert!" Schöneweider Gabenzaun muss aufgeben

Berlin - Es ist einfach nur traurig! Vor einigen Wochen hatte die Berlinerin Ines Achtert den Schöneweider Gabenzaun ins Leben gerufen, um Obdachlosen mit gespendeter Kleidung durch den kalten Winter zu helfen. Jetzt muss sie die Aktion abbrechen.

Den Schöneweider Gabenzaun wird es von nun an nicht mehr geben.
Den Schöneweider Gabenzaun wird es von nun an nicht mehr geben.  © Morris Pudwell

"Tschüss Zaun... Du warst ein feines Sinnbild der Gesellschaft. Von einer naiven Träumerin ins Leben gerufen, wurdest Du anfangs tapfer im Alleingang Tag für Tag neu bestückt", schreibt die Initiatorin in einem Facebook-Post.

Der Gabenzaun lag genau vor dem Ausgang des S-Bahnhofs Schöneweide. Durch zahlreiche Medienberichte wurden immer mehr Menschen auf die Aktion aufmerksam und überhäuften den Zaun mit Spenden.

"Du warst ein Symbol dafür, an einem sehr hässlichen Ort ein wenig Hoffnung und Wärme zu schenken", heißt es in dem Post weiter.

Doch der Gabenzaun lockte nicht nur Bedürftige. "Leider kamen dann auch die falschen Menschen und haben alles, was da für Obdachlose vorgesehen war, rücksichtlos geplündert. DIe Helfer vor Ort wurden nicht müde, zu sagen, für wen das alles eigentlich gedacht war. Aber sie konnten Dich nicht Tag und Nacht bewachen."

Helferin von aggressivem Mann massiv bedroht!

Statt Obdachlosen und Bedürftigen hatten sich meist Plünderer über die Spenden hergemacht.
Statt Obdachlosen und Bedürftigen hatten sich meist Plünderer über die Spenden hergemacht.  © Morris Pudwell

Und es kam noch schlimmer! "Die Beschimpfungen haben wir noch irgendwie ausgehalten. Aber an dem Tag, als zum ersten Mal eine Helferin massiv bedroht wurde, war das Dein Ende", so die bitter enttäuschte Berlinerin. Ein besonders aggressiver Mann habe eine Helferin so heftig angeschrien, das sie sich lieber in Sicherheit brachte.

Zu viel für Achtert: "Deine Träumerin kann und möchte diese Verantwortung für sich und ihre Helfer nicht mehr tragen."

Die Plünderer sollen teils mehrmals am Tag zum Zaun gekommen sein, um nach "lohnenswerter" Kleidung zu suchen. Sachen, die nicht gebraucht wurden, landeten im Dreck.

Ein Anblick, der für die engagierte Initiatorin ein Stich ins Herz gewesen sein muss. "Es ist niederschmetternd, wenn man wirklich bis zu 20 Stunden Zeit und Arbeit und Abholungen und Kommunikation täglich da reinsteckt und DAS dann das Ergebnis ist."

Sie wolle weiter helfen, den Obdachlosen und Bedürftigen durch den Winter zu helfen - allerdings nicht mehr mit dem Schöneweider Gabenzaun. Wie traurig, dass eine solch schöne Idee ein so bitteres Ende nehmen musste!


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