Recyclingfirma will sich ansiedeln: Anwohnern stinkt's jetzt schon

Schönfels - Nur wenige Meter von Besiedlungs- und Landschaftsschutzgebieten entfernt will sich eine Recyclingfirma einnisten. Anwohner fühlen sich überrumpelt und fürchten sich vor gefährlichen Abfällen.

Für Anwohner ist der Recyclinghof ein Dorn im Auge. Sie fürchten sich im Falle von Betriebsstörungen um ihre Sicherheit.
Für Anwohner ist der Recyclinghof ein Dorn im Auge. Sie fürchten sich im Falle von Betriebsstörungen um ihre Sicherheit.  © Sven Gleisberg

Christine Glück (66) lebt in unmittelbarer Nähe: "Es kann nicht sein, dass in einem Mischgebiet eine Anlage wie diese gebaut wird." Mittlerweile haben sich im Dorf Protestgruppen zusammengefunden. Anwohner Stefan Schröder (54) gehört ebenfalls dazu: "Wenn dort mal was brennt, betrifft das ganz Schönfels. Wir wollen kein zweites Delitzsch."

Ursprünglich hatte die Firma Weck+Poller ein Logistikzentrum auf dem Gelände an der Straße der Einheit errichtet. Es folgte ein Genehmigungsverfahren zur Umnutzung durch den Recycler Erlos GmbH. In einer 1000 Quadratmeter fassenden Halle will dieser unter anderem Kunststoffe, Katalysatoren und Li-Ionenakkus verwerten.

"Ich verstehe die Sorgen der Einwohner. Aber es gibt keine begründeten Sachverhalte gegen die Firma. Es gibt keinerlei Emissionen durch den Recycler. Das Abwasser wird separat abgeleitet", sagt Bürgermeister Tino Obst (47, parteilos).

Die Skepsis der Anwohner bleibt. "Wir werden notfalls Unterschriften sammeln", sagt Christine Glück. Bis zum 1. Oktober können diese eingereicht werden.

Unweit der Firmenhalle befinden sich das Landschaftsschutzgebiet Römertal und weitere Biotope.
Unweit der Firmenhalle befinden sich das Landschaftsschutzgebiet Römertal und weitere Biotope.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg


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