Schon 270 Parteieintritte in Sachsen: Wirkt der "Schulz-Effekt" auch in Sachsen?

Er zieht die SPD in den Umfragen nach oben: Kanzlerkandidat Martin Schulz (61).
Er zieht die SPD in den Umfragen nach oben: Kanzlerkandidat Martin Schulz (61).  © DPA

Dresden - Der „Martin-Schulz-Effekt“ zieht auch die SPD nach oben. Einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge sind die Sozialdemokraten im deutschen Osten erstmals an der CDU vorbei gezogen. Auch Sachsens SPD, die am Wochenende ihre Kandidaten für die Bundestagswahl nominierte, fühlt plötzlich ungeahnte Stärke.

Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die „Bild am Sonntag“ erhebt, ist die SPD mit 27 Prozent erstmals seit 2012 vor der Union (26%) stärkste Kraft in Ostdeutschland. Bundesweit stehen die Noch-Koalitionäre mit jeweils 33 Prozent Kopf an Kopf.

„Der Schulz-Zug ist nicht zu stoppen. Der hat keine Bremsen“, schäumte Sachsens SPD-Generalsekretärin Daniele Kolbe (37) am Samstag beim Landesparteitag in Nossen vor Euphorie. Kanzlerkandidat Schulz stehe dafür, „Deutschland wieder gerechter zu machen“. Somit spreche er gerade den Ostdeutschen aus der Seele, meinte Kolbe, die auf Platz 1 der 16-köpfigen Landesliste Sachsens Sozialdemokraten in den Bundestagswahlkampf führt.

Dass auch die SPD im Freistaat vom „Schulz-Effekt“ profitiert, zeigen steigende Mitgliederzahlen. Seit Jahresanfang konnte die Partei bereits 270 neue Mitstreiter begrüßen.

Mit Kanzlerkandidat Martin Schulz sei das Thema Gerechtigkeit und damit der Markenkern der SPD wieder in aller Munde, nennt Sachsens Parteichef Martin Dulig den Grund. Der Vertrauensvorschuss müsse nun aber auch zu Vertrauen führen.

Beim Parteitag in Nossen gab Dulig gleich die Schlagrichtung vor: Zweitstärkste Kraft in Sachsen wolle die SPD werden und mehr als die bisherigen sechs Bundestagsmandate erobern! Bei der Wahl 2013 landete die Sachsen-SPD mit 14,6 Prozent noch abgeschlagen hinter CDU (42,6) und Linken (20,0).

Freuen sich über neue Mitglieder in der Sachsen-SPD: Generalsekretärin Daniela Kolbe (37) und Parteichef Martin Dulig (43).
Freuen sich über neue Mitglieder in der Sachsen-SPD: Generalsekretärin Daniela Kolbe (37) und Parteichef Martin Dulig (43).  © Sven Gleisberg

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