Schon jeder dritte Bach ausgetrocknet! Dürre hat Dresden im Griff

Dresden - Die extreme Trockenheit macht den Dresdner Flüssen und Bächen schwer zu schaffen. Ein Drittel aller Fließgewässer sind schon ausgetrocknet! Deshalb verhängt die Stadt nun ein Pump-Verbot!

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (53, Grüne) zeigt ein Niederschlagsdiagramm für Dresden.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (53, Grüne) zeigt ein Niederschlagsdiagramm für Dresden.  © Christian Juppe

"Wir müssen für unsere Flüsse und Bäche sorgen", erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (53, Grüne). Die Wasserläufe wären gerade im Sommer von großer Bedeutung für das Leben in der Stadt, besonders wegen ihrer kühlenden Wirkung auf die Umwelt.

Damit nicht noch mehr Wasser aus den heimischen Gewässern verschwindet, erlässt die Stadt nun ein Pump-Verbot. Das tritt am Montag in Kraft und gilt bis 15. Oktober.

Wer trotzdem pumpt, dem droht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro.

Vom Verbot ausgenommen ist, wer über eine wasserrechtliche Erlaubnis verfügt. Kleingärtner, die mit Gießkannen oder Eimern Wasser schöpfen wollen, können dies aber weiterhin tun. Allerdings mahnt die Stadt zu "höchster Zurückhaltung".

Hintergrund: Seit ein paar Wochen führen fast alle vom Umweltamt beobachteten Fließgewässer kaum noch Wasser. "Die Situation ist dramatisch", sagt Gewässer-Experte Harald Kroll (58) vom Umweltamt. "30 Prozent der Bäche in Dresden sind ausgetrocknet oder kurz davor!" Darunter die Prießnitz, der Kaitzbach im Großen Garten oder der Landgraben in Blasewitz.

Verschärft und mit verursacht wird das Dilemma durch die extreme Dürre im Vorjahr. Die Grundwasserspeicher konnten bislang nicht wieder aufgefüllt werden.

Im Gegenteil: Die Grundwasserstände sinken laut Umweltamt immer weiter. So fehlen seit 2018 durchschnittlich 300 Liter Regen auf jedem Quadratmeter Fläche, so Kroll. Das entspricht etwa der Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge im Jahr.

"Dresdens Fließgewässer hängen am Tropf der Niederschläge", sagt der Gewässerbiologe. Nach Einschätzung des Umweltamts bleibt's aber vorerst trocken: "Nach derzeitigen Prognosen wird das Defizit in den kommenden Wochen nicht ausgeglichen werden können."

Die Folgen der Dürre sind deutlich sichtbar: Gewässer-Experte Harald Kroll (58) im ausgetrockneten Graupaer Bach in Pillnitz.
Die Folgen der Dürre sind deutlich sichtbar: Gewässer-Experte Harald Kroll (58) im ausgetrockneten Graupaer Bach in Pillnitz.  © Christian Juppe
Große Teile des Elbe-Flussbetts gleichen einer Steinwüste.
Große Teile des Elbe-Flussbetts gleichen einer Steinwüste.  © dpa/Sebastian Kahnert
Im Laufe der Woche werden Niederschläge erwartet. Vereinzelte Regenschauer ändern allerdings kaum etwas an den Wasserständen in Dresdens Fließgewässern.
Im Laufe der Woche werden Niederschläge erwartet. Vereinzelte Regenschauer ändern allerdings kaum etwas an den Wasserständen in Dresdens Fließgewässern.  © dpa/Sebastian Kahnert
Auch der Kaitzbach im Großen Garten ist ausgetrocknet. Im Mittelalter hat dieses Gewässer ganz Dresden versorgt.
Auch der Kaitzbach im Großen Garten ist ausgetrocknet. Im Mittelalter hat dieses Gewässer ganz Dresden versorgt.  © Norbert Neumann

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert, Christian Juppe

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