Filmreif! Geflohener Knacki täuschte Wärter mit Attrappe aus Klopapier

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) steht stark in der Kritik.
Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) steht stark in der Kritik.  © dpa/Jörg Carstensen

Berlin - So langsam wird es wirklich mehr als peinlich! Schon wieder ist ein Knacki aus einem Berliner Gefängnis geflohen – diesmal aus der JVA Tegel.

Wie die Justizverwaltung am Donnerstagmorgen mitteilte, sei Stunden zuvor das Fehlen eines der Insassen bemerkt worden – die Zelle war leer!

Nähere Details wurden nicht genannt.

Die Fahndung der Polizei laufe auf Hochtouren. Derzeit werde das Außengelände abgesucht.

Für 13.30 Uhr hat der aufgrund sich häufender Ausbrüche stark in die Kritik geratene Justizsenator Dirk Behrendt (46, Grüne) eine Stellungnahme angekündigt.

"Unfassbar! Die Tage der offenen Tür gehen weiter. Der Justizsenator muss nun endlich mal politische Verantwortung übernehmen", forderte der Vize-Fraktionsvorsitzende der CDU Spandau Thorsten Schatz via Twitter.

"Sein Rücktritt ist schon seit langem überfällig."

Wie TAG24 berichtete, hatte erst vor wenigen Tagen ein Häftling in der gleichen Anstalt in seiner Zelle selbst Feuer gelegt, musste daraufhin schwerverletzt ins künstliche Koma versetzt werden.

Kurz nach Weihnachten war gleich vier JVA-Insassen der spektakuläre Ausbruch aus dem Pannen-Knast Plötzensee gelungen (TAG24 berichtete). Jetzt die insgesamt zehnte Ausbruch binnen sechs Wochen.

Update 15.02 Uhr

Wie Justizsenator Behrendt in der Pressekonferenz mitteilte, habe der Geflohene die JVA-Bediensteten mit einer Attrappe im Bett bei der nach einer Freistunde üblichen Zählung getäuscht.

Ähnlich wie Clint Eastwood im Kult-Film "Flucht aus Alcatraz" hat der Knacki eine aus aus Kleidung, Toilettenpapier und Stoffresten gebastelte Figur unter die Bettdecke gelegt, ihr eine Mütze aufgesetzt.

Vermutlich sei der Insasse sogar schon am Mittwoch getürmt, man wisse aber nicht "auf welchem Weg", so Behrendt.

Jetzt wird geprüft, ob der wegen räuberischer Erpressung zu vier Jahren Haft verurteilte Libyer (24) in einem Lastwagen entkam. Der Lkw hatte zuvor Waren in die Anstalt gebracht.

Behrendt werde dem Parlament Rede und Antwort stehen: "Aufklärung steht im Vordergrund. Alles andere wird sich dann zeigen."

Titelfoto: dpa/Paul Zinken


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