Schon wieder: Rechte Veranstaltung ruft Polizei auf den Plan!

Boizenburg/Banzin - Am späten Freitagabend erreichten die Polizei in Boizenburg an der Elbe schon zum zweiten Mal innerhalb eines Monats Hinweise, dass in Banzin auf einem Privatgrundstück die rechte Szene durchdreht.

Ein Mann trägt am auf dem Gelände eines Rechtsrock-Konzertes in ein T-Shirt mit der kryptischen Aufschrift "HKNKRZ", das für das Hakenkreuz-Symbol stehen soll. (Archivbild)
Ein Mann trägt am auf dem Gelände eines Rechtsrock-Konzertes in ein T-Shirt mit der kryptischen Aufschrift "HKNKRZ", das für das Hakenkreuz-Symbol stehen soll. (Archivbild)  © DPA

Wie die örtliche Polizei am Samstag mitteilt, standen auf dem Gelände etwa 30 Fahrzeuge im Zuge einer Veranstaltung.

Obwohl zunächst alles ruhig zu verlaufen schien, wurden die Einsatzkräfte jedoch schnell auf das ungenierte Skandieren rechter Parolen aufmerksam. Der Verdacht des Verstoßes gegen das "Verbot der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" wurde immer naheliegender.

Es handelt sich dabei neben den Nazi-Parolen vermutlich um Hitlergruß, Hakenkreuz oder Ähnliches. In Deutschland ist das Darstellen solcher Symboliken eine Straftat!

Die Beamten sahen sich gezwungen 40 Personen und 20 Fahrzeuge zu kontrollieren. Der Einsatz, mit 15 Beamten, dauerte bis in die Morgenstunden. Nach Kontrollen sei Anzeige gegen Unbekannt wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gestellt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Welche Kennzeichen genau festgestellt wurden, wollte er nicht sagen.

Die Polizei nahm niemanden fest- oder in Gewahrsam. Die Veranstaltung fand in der Nacht auf den 20. April statt, dem Geburtstag von Adolf Hitler.

Ein Einzelfall oder ein rechter Veranstaltungsort?

Ein Polizeibeamter für eine Verkehrskontrolle durch. (Symbolbild)
Ein Polizeibeamter für eine Verkehrskontrolle durch. (Symbolbild)  © DPA

Bereits Ende März wurde die Polizei davon in Kenntnis gesetzt, dass in Banzin auf besagtem Privatgrundstück eine Musikveranstaltung der rechten Szene stattfinden soll.

Vor Ort wurde auch diesmal "eine Vielzahl" von Fahrzeugen festgestellt. Ob es tatsächlich ein rechtes Konzert oder Ähnliches handelt, konnten die Beamten aber angeblich nicht herausfinden.

Sie richteten führten entsprechende Verkehrskontrollen durch, wobei rund 30 Fahrzeuge und 70 Personen unter die Lupe genommen wurden.

Dabei musste den Beamten zufolge auch die Bereitschaftspolizei angefordert werden, die bei "Großlagen und anderen besonderen Ereignissen" die örtliche Polizei unterstützt. Insgesamt waren wohl mindestens 20 Beamte über mehrere Stunden im Einsatz. Der dauerte ebenfalls bis in die frühen Morgenstunden.

Die Polizei machte in ihrer Meldung deutlich, dass eine Mitteilung an die Presse vor allem aufgrund verschiedener Medienberichterstattungen und Nachfragen zu dem Polizeieinsatz herausgegeben wurde. In dieser Mitteilung wurde über den konkreten Ablauf oder die Ermittlungsergebnisse von Polizeiseite geschwiegen.

Titelfoto: DPA

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