Schon zwei Tote! Listerien in Pizzasalami und Brühwurst

Kassel - Die nordhessische Firma Wilke Wurstwaren aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg bei Kassel hat mit Bakterien verseuchte Pizzasalami und Brühwurst ausgeliefert.

Es geht um Produkte des Betriebs Wilke Wurstwaren im nordhessischen Twistetal.
Es geht um Produkte des Betriebs Wilke Wurstwaren im nordhessischen Twistetal.  © Uwe Zucchi/dpa

Dies berichtet die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) auf ihrer Website.

Demnach ist die Wurst mit Listerien verseucht. Diese Erreger können beim Menschen Fieber und Durchfall auslösen.

Alte Menschen und Kinder sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr können dabei schwer erkranken.

Laut der HNA sind im Zusammenhang mit der verseuchten Wurst von Wilke Wurstwaren bereit zwei Todesfälle in Hessen aufgetreten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Todesfälle durch den Verzehr von Wilke-Produkte eingetreten sind, liegt demnach angeblich bei 99,6 Prozent.

Es sei eine weltweite Rückruf-Aktion gestartet worden.

Weltweiter Rückruf von Wilke-Wurstwaren-Produkten

Der Betrieb Wilke Wurstwaren in Twisteta wurde geschlossen.
Der Betrieb Wilke Wurstwaren in Twisteta wurde geschlossen.  © Uwe Zucchi/dpa

Der Rückruf betreffe alle Produkte von Wilke Wurstwaren mit Ausnahme von Vollkonserven. Der Betrieb im Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde laut HNA geschlossen.

Die Staatsanwaltschaft in Kassel sei eingeschaltet.

Update, 15.35 Uhr: Laut dem Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es 37 weitere Krankheitsfälle, die möglicherweise mit den Wurstwaren der Firma Wilke Wurstwaren in Twistetal-Berndorf im Zusammenhang stehen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Das Unternehmen Wilke Wurstwaren geht nach eigenen Angaben auf eine Dorfmetzgerei vor mehr als 80 Jahren zurück.

Die Firma beschäftigt nach Zahlen auf seiner Homepage rund 200 Mitarbeiter und exportiert Waren weltweit.

Ware ging auch an Altenheime und Krankenhäuser

Update, 16.05 Uhr: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg kann aktuell nicht abschätzen, wieviele Produkte von dem Rückruf betroffen sind, schreibt die dpa. Demnach hat Wilke Wurstwaren seine Produkte in alle Bundesländer sowie ins Ausland geliefert.

"Nach unseren Erkenntnisse haben Altenheime und Krankenhäuser über Großhändler auch Produkte von Wilke bezogen", zitiert die dpa einen Sprecher des Landkreises.

Alle betroffenen Fleischwaren wurden demnach unter dem Firmennamen Wilke Wurstwaren beziehungsweise Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren verkauft.

Update, 17.30 Uhr: Wie die Waldeckische Landeszeitung berichtet, wurde der Betrieb vom Veterinäramt geschlossen. Ob das Unternehmen jemals wieder die Produktion aufnehmen kann, ist unklar. 200 Angestellte stehen nun vor der Arbeitslosigkeit.

Titelfoto: Uwe Zucchi/dpa


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