Schüsse im Berliner Dom: Warum dreht ein Mann plötzlich durch und zieht das Messer?

Berlin - Nach den Schüssen im Berliner Dom am Sonntagnachmittag (TAG24 berichtete) laufen die Ermittlungen gegen einem mit einem Messer bewaffneten 53-jähriger Österreicher auf Hochtouren. Noch unklar ist, warum der Mann plötzlich durchdrehte und wie der Einsatz derart eskalieren konnte.

Polizisten stehen auf der Treppe des Eingangs zum Berliner Dom.
Polizisten stehen auf der Treppe des Eingangs zum Berliner Dom.  © dpa/Paul Zinken

Rund 100 Menschen sind im Berliner Dom, als plötzlich ein Mann herumschreit und mit einem Messer hantiert. Es fallen Schüsse. Ein Polizist und er werden durch Polizei-Projektile getroffen, wie Pressesprecher Winfried Wenzel sagte.

Beide müssen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die einzige Erkenntnis, die die Beamten bisher haben: Ein terroristischer Anschlag soll es nicht gewesen sein. Das Motiv des 53-Jährigen: unklar.

Bereits kurz nach der Tat befragten Ermittler zahlreiche Zeugen vor dem Berliner Dom, die sich während des Einsatzes in der Kirche aufhielten. Kurz nach 16 Uhr waren 100 Menschen im Dom, als der Mann plötzlich herumschreit, sich aggressiv verhält und ein Messer zückt.

Das Kirchenpersonal reagiertt jedoch schnell und bringt alle Gäste des Doms unversehrt ins Freie. Anschließend alarmierten sie die Polizei.

Polizeifahrzeuge stehen vor dem Berliner Dom.
Polizeifahrzeuge stehen vor dem Berliner Dom.  © dpa/Paul Zinken

Die Beamten forderten den 53-Jährigen mehrfach auf, das Messer wegzulegen. Doch er ignorierte die Aufforderungen. Daraufhin zückten die Polizisten Pfefferspray - ebenfalls ohne Erfolg.

Schließlich drückte einer der Beamten ab, trifft den Österreicher so schwer, dass er sogar notoperiert werden musste. Der getroffene Polizist wurde nach ersten Informationen nur leicht verletzt.

Zeugen des Geschehens wurden psychologisch betreut. Auch den Polizisten sei Betreuung angeboten worden, sagte Wenzel.

In dem Fall ermittelt jetzt die 3. Mordkommission des Landeskriminalamtes. Die Berliner Staatsanwaltschaft war am Abend noch nicht informiert, wie ihr Sprecher Martin Steltner der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der Berliner Dom liegt auf der historischen Museumsinsel mitten in Berlin - und unweit des Alexanderplatzes. Besonders sonntags sind dort viele Touristen und Gäste unterwegs. Der für 18 Uhr angesetzte Gottesdienst wurde wegen des Geschehens abgesagt.

Update, 8.40 Uhr:

Wie die Polizei am Montag mitteilte, befindet sich der angeschossene Österreicher nach dem Vorfall im Berliner Dom weiterhin im Krankenhaus. Der ebenfalls verletzte Polizist konnte am Sonntag wieder nach Hause.

Unklare Lage vor dem Berliner Dom auf der historischen Museumsinsel. Die Polizei ist im Einsatz.
Unklare Lage vor dem Berliner Dom auf der historischen Museumsinsel. Die Polizei ist im Einsatz.  © dpa/Paul Zinken

Titelfoto: dpa/Paul Zinken


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