Schweres Schulbus-Unglück! Zwei Kinder (†8) sterben bei Unfall

Eisenach - Schreckliches Unfall-Drama in Thüringen! Ein voll besetzter Schulbus ist in Berta vor dem Hainich einen Hang hintergestürzt. Dabei kamen zwei Kinder (8) ums Leben.

Die Feuerwehr fand die toten Kinder erst, als sie mit schwerem Gerät den Innenraum durchsuchte.
Die Feuerwehr fand die toten Kinder erst, als sie mit schwerem Gerät den Innenraum durchsuchte.  © DPA

Wie die Polizei mitteilt, verlor der Bus auf der rutschigen Straße am Donnerstagmorgen den Halt und stürzte den Hang hinunter. Dabei landete das Fahrzeug in einem Graben mit Wasser.

Mehr als 20 Kinder saßen bei dem Unfall im Bus. Das Fahrzeug war am Morgen von Eisenach aus auf dem Weg in die Grundschule in Berka gewesen, auf der spiegelglatten Straße kam es dann zu dem Unfall.

Update 9.58 Uhr: Tragische Nachrichten vom Landratsamt des Wartburgkreises. Bei dem schweren Unglück mit dem Schulbus sind zwei Kinder ums Leben gekommen. Alle weiteren Schüler und der Busfahrer wurden verletzt, die Rettungskräfte sind weiter im Einsatz.

Das Landratsamt hat für 11.30 Uhr zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der Einzelheiten zu dem Unfall bekanntgegeben werden sollen. Bisher ist aber klar, dass die Straßen sehr glatt gewesen sind, zudem herrschte dichter Nebel.

Der Busfahrer habe daraufhin in einer Anfahrt an einen kleinen Berg die Kontrolle verloren.

Politiker drücken Mitgefühl aus, Schulbus-Unfall auch in Bayern

Update 10.10 Uhr: Nach dem schweren Unglück mit einem Schulbus in Thüringen hat unter anderem auch der Ministerpräsident Bodo Ramelow sein Mitgefühl ausgedrückt. "Mit großer Bestürzung erreicht mich die Nachricht vom tragischen Schulbusunfall in Berka/Hainich. Zwei tote Schulkinder sind zu beklagen und ich trauere mit den Eltern und Angehörigen", schreibt Ramelow bei Twitter.

Am Donnerstagmorgen kam es auch in Oberbayern zu einem Unfall mit einem Schulbus, bei dem neun Kinder leicht bis mittelschwer verletzt wurden. Der Busfahrer sei schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Bus war aus zunächst ungeklärter Ursache zwischen Schnaitsee und Obing (beide Landkreis Traunstein) von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Der Bus war auf der rutschigen Straße von der Fahrbahn abgekommen, stürzte den Hang hinunter.
Der Bus war auf der rutschigen Straße von der Fahrbahn abgekommen, stürzte den Hang hinunter.  © WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa

Fünf Kinder schwer verletzt

Update 11.15 Uhr: Wie die Polizei nun mitteilt, war der Bus mit 22 Kindern besetzt, als es zu dem Unfall kam. Dabei wurden nicht nur zwei Kinder getötet, sondern auch noch fünf schwer und 15 leicht verletzt. Die Straße nach Berka wurde gesperrt, die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen.

Nähere Informationen zu den Opfern könne die Polizei zur Zeit noch nicht geben, um 11.30 Uhr soll es auf einer Pressekonferenz aber neue Einzelheiten zu dem tragischen Unglück geben.

"Einschneidendes Ereignis"

Zahlreiche Rettungskräfte aus dem Ort waren bei den Bergungsarbeiten dabei, teilweise stammten sie aus dem Umfeld der Kinder.
Zahlreiche Rettungskräfte aus dem Ort waren bei den Bergungsarbeiten dabei, teilweise stammten sie aus dem Umfeld der Kinder.  © DPA

Update 11.39 Uhr: Innenminister Georg Maier erklärte bei der Pressekonferenz, dass bei dem Unfall zahlreiche Kinder verletzt worden sind. "Der ganze Ort ist im Schockzustand", führt er weiter aus. Den anwesenden Rettungskräften sprach er seinen Dank aus, auch, weil die Retter teilweise aus dem Ort stammten und die verletzten Kinder kannten.

Sachverständige seien derzeit vor Ort, um herauszufinden, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte. Seitens des Landes wolle man alles tun, um den Betroffenen zu helfen.

Bildungsminister Helmut Holter erklärte, dass der Notarzt entschieden habe, alle Kinder in Krankenhäuser bringen zu lassen. Ein Elternbrief werde derzeit aufgesetzt und auch andere Schulen informiert, um Geschwisterkinder zu finden. Die Schule in Berka werde am Freitag offen sein, aber "das war ein einschneidendes Ereignis, deswegen werden wir Maßnahmen ergreifen", so Holter. Psychologen sollen vor Ort sein und die Kinder und die Angestellten der Schule betreuen.

Die Polizei kann derweil nur grobe Details zu dem Unfall geben, da es sich bei den Ermittlungen noch um einen sehr frühen Stand handele. Derzeit scheint es aber so, dass der Bus auf dem glatten Kopfsteinpflaster der Straße nach hinten gerutscht sei, in den Graben stürzte und sich mehrfach überschlug. "Auch für uns ist das kein alltäglicher Einsatz", so der Einsatzleiter. Die Eltern der Kinder wurden indes alle über den Vorfall informiert.

Beide Opfer waren acht Jahre alt

Update 12.01 Uhr: Bei den beiden tödlich verletzten Kindern handelt es sich um ein Mädchen und einen Jungen, beide waren acht Jahre alt. Sie wurden gefunden, als die Feuerwehr den Innenraum des Busses durchsucht hatte.

Alle Kinder waren in der Vergangenheit regelmäßig mit dem Bus unterwegs und sind zwischen acht und elf Jahren alt. Der Busfahrer stehe derweil unter Schock, sei körperlich aber nicht verletzt. Hinweise auf einen technischen Defekt oder einen Fahrfehler des Fahrers gebe es bisher nicht, so die Polizei weiter.

Unklar, ob Kinder angeschnallt waren

Update 12.31 Uhr: Ob die Kinder bei dem schweren Busunglück nahe Eisenach angeschnallt waren, ist unklar. Die Ermittler wollten dazu auf der Pressekonferenz in Eisenach auch auf Nachfrage nichts sagen. Die Getöteten hätten die zweite Klasse einer Grundschule in Berka vor dem Hainich besucht, heißt es aber.

Bus aus Sicherheitsgründen auf der Strecke unterwegs

Update 15.43 Uhr: Bitter: Der Bus war nur aus Sicherheitsgründe auf der Straße unterwegs, die eigentlich eine Umleitung für den Verkehr ist. Denn wäre der Bus normal gefahren, hätten die Kinder jeden morgen über eine Straße zur Grundschule laufen müssen.

Durch die geändert Wegführung, konnte der Bus eigentlich direkt an der richtigen Straßenseite anhalten und die Kinder an ihrer Schule abliefern. Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) verwies zudem darauf, dass auch für die Feuerwehr Unfälle mit Kindern das Schlimmste sei, was passieren könne.

Es handle sich um ein dörfliches Umfeld, erklärte Meier am Donnerstag. "Jeder kennt jeden." Laut Karola Hunstock, der Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft, zu der Berka vor dem Hainich gehört, besuchen etwa 85 Kinder die Grundschule dort.

Tote Kinder waren am Mittwoch noch in Christenlehre, Kirche plant Andacht

Update 16.23 Uhr: Nach dem Schulbusunfall mit zwei toten Kindern hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) eine Andacht im Heimatort der Kinder angekündigt. Landesbischof, Friedrich Kramer, werde am Freitagabend um 18Uhr einen Gottesdienst in Bischofroda halten, teilte die EKM am Donnerstag mit.

"Mit Erschrecken haben wir von dem furchtbaren Busunglück gehört. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Kind zu verlieren", sagte Kramer. "Gestern waren die beiden Kinder noch in unserer Christenlehre", berichtete Christian Stawenow, Regionalbischof für den Propstsprengel Eisenach-Erfurt.

Titelfoto: WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa

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