Nach tödlichem Schulbus-Drama: Viele Fragen sind noch immer offen

Berka vor dem Hainich - Nach dem tödlichen Schulbusunglück im Wartburgkreis ist das Unfallfahrzeug geborgen, viele Fragen aber auch am Tag nach dem Unglück noch offen.

Der Bus musste angehoben werden, um alle Kinder zu finden.
Der Bus musste angehoben werden, um alle Kinder zu finden.  © DPA

Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass der Bus mit 22 Schülern am Donnerstagmorgen auf dem Weg zur Schule von einer eisglatten Straße in eine Senke rutschte und sich überschlug.

Ein Mädchen und ein Junge im Alter von acht Jahren starben. Mehrere Kinder der Grundschule Berka vor dem Hainich, wohin der Bus von Eisenach aus unterwegs gewesen war, wurden verletzt - einige schwer.

Für Freitagabend kündigte die Evangelische Kirche Mitteldeutschland eine Andacht mit Landesbischof Friedrich Kramer im Heimatort der getöteten Kinder an. Die betroffene Grundschule werde am Freitag geöffnet sein, erklärte Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Schulpsychologen sollen dort Kinder, Eltern und Pädagogen betreuen. Eltern könnten ihre Kinder aber auch zu Hause betreuen, so Holter.

Der Bus wurde noch am Donnerstag für kriminaltechnische Untersuchungen sichergestellt, sagte eine Polizeisprecherin. In einer Pressekonferenz hatte der Leiter der Landespolizeiinspektion Gotha, Günther Lierhammer, erklärt, dass es nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf einen technischen Defekt oder ein Fehlverhalten des Fahrers gebe. Auch der Fahrer wurde verletzt - er erlitt einen Schock.

Ob die Kinder im Bus angeschnallt waren, blieb vorerst unklar. Dazu wollten die Ermittler auf Nachfrage nichts sagen. Nach Auskunft des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen ist der Schülerverkehr in Thüringen generell in den Linienverkehr integriert. Für Linienbusse herrsche keine Gurtpflicht, zumal dort Passagiere mitunter auch während der Fahrt stehen.

In Berka hat die Schule der Kinder am Freitag geöffnet.
In Berka hat die Schule der Kinder am Freitag geöffnet.  © DPA
An der Unfallstelle wurden Blumen zum Gedenken an die Kinder niedergelegt.
An der Unfallstelle wurden Blumen zum Gedenken an die Kinder niedergelegt.  © Vesselin Georgiev

Titelfoto: DPA

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