"Platz sparen": Neue Schule an der Jablonowski-Straße bekommt keinen Grundstein

Leipzig - Am Dienstag erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Grundschule an der Jablonowskistraße im Leipziger Zentrum-Ost. Presse, Stadtverwaltung und Architekten waren vor Ort. Fehlte nur noch eins: der Grundstein.

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (Mitte) zusammen mit Architekt Benedikt Schulz (links) und Nicolas Tsapos, Amtsleiter für Jugend, Familie und Bildung (rechts), bei der Übergabe der Erinnerungstafel.
Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (Mitte) zusammen mit Architekt Benedikt Schulz (links) und Nicolas Tsapos, Amtsleiter für Jugend, Familie und Bildung (rechts), bei der Übergabe der Erinnerungstafel.  © Eric Mittmann

Aus technischen Gründen wurde dieses Mal auf eben diesen verzichtet, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Stattdessen gab es eine Erinnerungstafel, die nach Vollendung des Baus im Gebäude aufgehängt werden soll. "Wir müssen eben Platz sparen", erklärte Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau.

Die geringe Fläche habe die Planung tatsächlich vor eine Herausforderung gestellt. "Eine Schule braucht eine gewisse Größe", so Dubrau weiter. "Auch der Wilhelm-Leuschner-Platz war für das Grundstück im Gespräch, aber es sollte dann doch wohnungsnaher sein."

Der Entwurf des Architekten-Büros Schulz und Schulz basiere deswegen auf einem sehr kompakten Gebäudevolumen. Geplant ist ein dreistöckiges Gebäude mit Eingangsbereich und Bibliothek im Erd- sowie Hort im Obergeschoss. Hinzu kommen Klassenräume in der zweiten und dritten Etage. Zudem sind zwei übereinander gestapelte Einfeld-Sporthallen vorgesehen. Knapp 450 Schüler sollen zum Beginn des Schuljahres 2020/21 in das neue Gebäude einziehen.

Etwa 17 Millionen Euro soll der Bau kosten, von denen die Stadt fünf Millionen selbst übernimmt. Die weiteren zwölf Millionen Euro werden aus dem Förderprogramm "Brücken in die Zukunft" finanziert. "Das Gebäude ist als Klinkerbau vorgesehen und komplett barrierefrei. Zudem werden wir das Dach begrünen und weitere Bäume pflanzen als Ersatzmaßnahmen für die verwendete Grünfläche", erklärte Dubrau.

Schulneubauten in Leipzig: Stadtrat fordert Sanierungen

Der Entwurf für die neue Grundschule an der Jablonowskistraße.
Der Entwurf für die neue Grundschule an der Jablonowskistraße.  © Schulz und Schulz Architekten GmbH

Um der bevorstehenden Knappheit an Schulplätzen entgegenzuwirken, beschließt die Stadt derzeit geradezu im Eiltempo neue Bauten und treibt deren Errichtung voran. So wurde bereits im August der Grundstein für eine neue Grundschule in Lindenau gelegt (TAG24 berichtete).

Während der Stadtratssitzung im Oktober wurde zudem der Bau einer Oberschule auf dem Barnet-Licht-Platz sowie eines neuen Schulzentrums in Grünau beschlossen. Mitte November erfolgte dann die Grundsteinlegung für das neue Gebäude der Grundschule am Adler (TAG24 berichtete).

Insgesamt 500 Millionen Euro will die Stadt bis 2023 in den Bau neuer Schulen und die Sanierung bestehender Gebäude investieren (TAG24 berichtete).

Letzteres schien den Stadträten dabei zuletzt zu kurz gekommen zu sein. Bei der Präsentation ihrer Statements zum Doppelhaushalt 2019/20 forderte unter anderem die SPD, dass auch die Sanierung vorangetrieben wird.


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