Lehrerin kassiert einen Tag alle Handys ihrer Schüler ein: Unglaublich, wie oft sie klingeln!

Poca (USA) - Eine Lehrerin im US-Bundesstaat West Virginia sammelte für einen Tag alle Smartphones ihrer Schüler ein und notierte alle hereinkommenden Benachrichtigungen.

Zahlreiche Benachrichtigungen wurden nach dem Experiment festgestellt (Symbolbild).
Zahlreiche Benachrichtigungen wurden nach dem Experiment festgestellt (Symbolbild).  © 123RF/Vasin Leenanuruksa

Kathy West, so heißt die experimentierfreudige Lehrerin in der Landstadt Poca (knapp 1000 Einwohner), wollte den Kindern und deren Eltern nur zeigen, wie sehr die Schüler durch die elektronischen Geräte abgelenkt werden. Mit dem Ergebnis rechnete sie selbst allerdings so nicht.

Auf Facebook stellte sie das Ergebnis deshalb auch online. West erklärte den Prozess: "In jeder Unterrichtsstunde heute (6 Stunden) habe ich meine Schüler dazu gebracht, ihre Telefone auf meinen Tisch zu legen", soll laut Fox 13 Memphis auf ihrem Facebook-Profil gestanden haben.

Nicht alle Schüler gaben ihre Handys ab. Manche würden sie von sich aus immer im Spind lassen, diese Geräte verblieben auch während des Experiments dort.

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"Am Ende der Unterrichtsstunden haben wir uns ihre Benachrichtigungen angesehen", schrieb Kathy West weiter. "Ich habe sie nicht gelesen, ich habe sie nur gezählt."

So erläuterte sie ebenfalls, dass die Schüler jederzeit in den Pausen mit ihren Handys spielen und auf die verpassten Benachrichtigungen reagieren durften.

Fast 1000 Benachrichtigungen von Instagram, Snapchat und co.

Fast die ganze Klasse nahm an dem Experiment teil (Symbolbild).
Fast die ganze Klasse nahm an dem Experiment teil (Symbolbild).  © 123RF/tiero

An dem Facebook-Beitrag soll ein Foto beigefügt gewesen sein, dass die Tafel der Lehrerin zeigte. Nun ist es unter anderem bei Ladbible zu sehen.

Sie führte artig Strichliste beim Auswerten der Benachrichtigungen. Am Ende sollen folgende Zahlen festgestanden haben:

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  • Snapchat: 198
  • YouTube: 33
  • Spiele: 16
  • Facebook: 9
  • Twitter: 7
  • Nachrichten-Apps: 4

In der Summe klingelten die Handys 801 Mal im Unterricht. Kathy West verdeutlichte das im Beitrag wie folgt: "Dies sind die Benachrichtigungen, die meine Schüler heute bei mir erhalten haben. Nur eine Klasse. Nicht bei ihren anderen Lehrern. Nicht beim Mittagessen. Nicht zu anderen Zeiten. Nur in meinem Unterricht."

An die Eltern der betroffenen Schüler richtete die Lehrkraft deshalb eine wichtige Frage. "Wenn dies nur meine Klasse ist ... wie würde es aussehen, wenn alle Klassen kombiniert werden?", fragte sie auf Facebook. "Wie ablenkend sind diese Benachrichtigungen für die Schüler?"

Und weiter: "Denken sie darüber nach."

Kommentatoren geben auch Apps die Schuld

Während einige Facebook-User sich und die Lehrerin gefragt haben, wer denn bitte die Kinder zur Schulzeit so zutextet, denn Eltern wüssten ja, wann ihre Schützlinge Schule haben, monierten andere die Probleme bei den Anwendungen.

Fox 13 Memphis zitiert einen Kommentator, der gern zwei bestimmte Smartphone-Apps abschaffen würde: "Fangt nicht mit Snapchat an. Es sollte einfach nicht existieren. Snapchat und Tik Tok sind die dümmsten Apps aller Zeiten", soll einer geschrieben haben.

Eine andere Lehrerin soll ebenfalls kommentiert und schon ähnliches erlebt haben: "Ich hatte mal ein Kind in meiner Vorschule, das konnte nicht einmal seinen Namen schreiben oder lesen. Aber er konnte wie ein Teenager durch ein Telefon scrollen."

Einige andere Kommentatoren bemängelten die statistische Korrektheit der Erhebung. Da nicht bekannt ist, wie groß die Klasse ist, kann man nicht berechnen, wer wie viele Benachrichtigungen im Durchschnitt bekam. Auch soll es auf den langen Tag gesehen noch im Rahmen liegen, kommentierten manche.

Es gab aber auch Zuspruch: Denn einige pflichteten unabhängig der Rahmenbedingungen Kathy West zu und erkannten das Problem der Ablenkung. Nun liegt es bei den Eltern, ihre Kinder dahingehend aufzuklären und den Gebrauch der Handys gegebenenfalls einzuschränken.

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