Schule verbietet kleinem Jungen seinen Namen: Der Grund ist lächerlich

Rochdale - Der kleine Harry aus Rochdale (England) darf in der Schule seinen Nachnamen nicht mehr tragen. Die Newhey Community Primary School hält sich, ihrer Meinung nach, damit geltendes Recht ein.

Schulkinder hören aufmerksam zu. (Symbolbild)
Schulkinder hören aufmerksam zu. (Symbolbild)  © 123RF dolgachov

Es ist ein bekanntes Problem. Bei der Vielzahl von Kindern in einer Klasse kann es vorkommen, dass einige Kinder den gleichen Vornamen besitzen. Zunächst ist die Verwirrung groß, wie hält man sie am besten auseinander?

Das Problem hat auch der 6-jährige Harry, der mit einem weiteren Klassenkameraden seinen berühmten Namen teilt.

Normalerweise würde jetzt wohl der Nachname herhalten müssen, um so einen Unterschied zwischen den beiden sichtbar zu machen. Doch Nachnamen erlaubt Harrys Schule laut "Scotish Sun" nicht.

Sie beruft sich dabei auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Gegen diese würde ihrer Meinung nach verstoßen, wenn mit Vor- und Nachnamen gekennzeichnete Schulhefte offen in der Schule herumliegen.

So könnten fremde Eltern beispielsweise bei Elternabenden leicht identifizieren, welches Kind sich gut oder weniger gut anstellt.

Deshalb überlegte sich die Bildungseinrichtung einen anderen Kniff, um die Kinder auseinander halten zu können.

"'Harry2' nimmt ihm seine Identität"

Ob die Lehrer auch Harry2 zu Harry sagen, wenn er sich meldet? (Symbolbild)
Ob die Lehrer auch Harry2 zu Harry sagen, wenn er sich meldet? (Symbolbild)  © 123RF Dmitrii Shironosov

Kurzerhand wurde Harry zu "Harry2", da er nach alphabetischer Reihenfolge hinter seinem Namensvetter im Klassenbuch steht.

"Harry dachte, das wäre sein Name, weil sie sagten, Harry2 komm und hol dein Buch. Er hat sogar eine Weihnachtskarte von einem anderen Jungen bekommen, auf der stand: 'An Harry2 von Jack2'. Das nimmt ihm seine Identität", so die entsetzte Mutter Tania zu "Manchester Evening News".

Trotz einiger Gespräche konnte Harrys Mutter bisher keine Einigung mit der Schulleitung erzielen. Im letzten Schuljahr überklebte ein Lehrer die "2" einfach mit einem Aufkleber. Harry war weiterhin erkennbar und die ungeliebte Zahl verschwunden.

Doch als Harry jetzt in die zweite Klasse kam, waren die unsäglichen "Harry2"-Beschriftungen wieder auf den Heften zurück.

Inzwischen hat sie sogar die Bestätigung vom britischen Datenschutzbeauftragten, dass eine solche Regel nicht von der DSGVO vorgeschrieben ist.

Doch was sagt Harry eigentlich zu dem Ganzen, stört es einen 6-jährigen Jungen wirklich so sehr, dass er nicht mit seinem Nachnamen angeredet wird? Seiner Mutter gegenüber äußerte er die Frage: "Warum bin ich eigentlich 'Harry2' und nicht 'Harry1'?"

Dem Kind vermittelt diese Einteilung somit indirekt, dass es weniger wert ist als die Nummer 1. Wie wäre es also, die Harrys einfach mit dem Nachnamen zu unterscheiden? Immerhin sucht das Rochdale County jetzt zusammen mit der Schule nach einer Lösung.


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