Gibt es bald ein Handyverbot an Höxters Schulen?

Kreis Höxter – Diskussionen um ein gesetzliches Handyverbot an Schulen gibt es viele. Doch wie sehen die Schulen in Höxter die Lage?

Der stetige Wachstum an Handys in Schulen bleibt auch im Kreis Höxter nicht verborgen. (Symbolbild)
Der stetige Wachstum an Handys in Schulen bleibt auch im Kreis Höxter nicht verborgen. (Symbolbild)  © 123RF

In Frankreich gibt es längst ein gesetzliches Handyverbot an Schulen. Auch in Deutschland wird seit langem über diese Möglichkeit diskutiert, berichtet die Neue Westfälische.

Im Kreis Höxter gibt es viele Schulen, die unterschiedlich mit dem stetigen Handyzuwachs im Unterricht umgehen.

Die Grundschule am Nicolaitor vertritt ein generelles Handyverbot an der Schule. Schulleiter Ingo Kortmann will aus "ganz pragmatischen Gründen" keine Handys an seiner Schule. Auch die zunehmende Nutzung im Unterricht unterstützt er nicht: "Ich sehe da keinen Mehrwert. Die Kinder arbeiten aber mit Tablets. Das Display ist größer, und die Kinder kommen mit ihrer Feinmotorik besser mit Tablets zurecht." Ein gesetzliches Verbot unterstützt der Schulleiter jedoch nicht, er setzt auf "die Kraft der Vernunft".

Die Grundschule in Ottbergen sieht die Lage etwas anders. Schulleiterin Claudia Redemann sagt: "Wir können den Kindern nicht verbieten, ihr Handy mitzubringen, es muss aber ausgeschaltet in der Tasche sein." Die Schule greife nicht in die Erziehung der Eltern ein, stelle sich aber den Neuen Medien im Unterricht.

In der Lüchtringer Grundschule sind Handys nicht erlaubt. Schulleiter Elmar Happe bevorzugt es, wenn die Telefone erst gar nicht in seine Schule gebracht werden. Dagegen sieht er die Nutzung von Tablets als wichtig an: "So können wir den Kindern zeigen, wie man mit dem Internet umgeht und welche Gefahren lauern."

Auch an weiterführenden Schulen klare Handyregelungen

Für viele Oberstufenschüler ist die Handynutzung in den Pausen erlaubt. (Symbolbild)
Für viele Oberstufenschüler ist die Handynutzung in den Pausen erlaubt. (Symbolbild)  © 123RF

Das König-Wilhelm-Gymnasium besitzt laut Aussage der Schulleiterin Heike Edeler ein "klares Handy-Konzept: Nur unter besonderen Umständen sei das Smartphone in der Schule erlaubt. Oberstufenschüler dürfen in bestimmten Bereichen ihr Handy nutzen.

Die Höxteraner Sekundarschule unter Klaus Leweke nutzt die Handys sporadisch im Unterricht, ansonsten ist das Handy im Schulalltag jedoch tabu. Bei Verstößen wird ein Elterngespräch anberaumt. Ein gesetzliches Verbot wie in Frankreich sieht Leweke als "nicht hilfreich und auch nicht zeitgemäß" an.

Ähnlich sieht das Schulleiter Benedikt Marpert vom Gymnasium in Beverungen: "Ich denke, die Schulen sollen zu eigenen Umgangsformen kommen können. In Beverungen wird ein generelles Handy-Verbot vertreten.

Die Brede-Schulen in Brakel verfechten ebenfalls ein Handyverbot. Oberstufenschüler dürfen jedoch in den Pausen ihre Smartphones nutzen, so Schulleiter Matthias Koch.

Die wohl lockerste Regelung findet sich am Gymnasium in Sternheim: Jeder Schüler darf in den Pausen sein Handy benutzen. Es gibt sogar ein eigenes "Schüler-W-Lan", so Schulleiter Marko Harazim. Da wurden Seiten mit extremistischen, gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalten gesperrt. Angesichts der Diskussionen zu dem Thema, sieht der Schulleiter die Möglichkeit, dass umentschieden werden kann.

Im Kreis Höxter besteht noch keine einheitliche Regelung, wie mit Smartphones an Schulen und im Unterricht umgegangen werden soll. In Frankreich gibt es bereits ein gesetzliches Verbot, das die Nutzung von Handys untersagt.

Titelfoto: 123RF


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