Schulen sollen verpflichtet werden, judenfeindliche Vorfälle zu melden

Berlin - Es ist nur ein antisemitischer Fall von vielen: Religiöses Mobbing an der Paul-Semmel-Grundschule ging bis zur Morddrohung, wie TAG24 berichtete. Auch ein IS-Enthauptungsvideo machte unter den Kindern die Runde und schürt seitdem bei Eltern die Angst, wie sicher Schule überhaupt noch ist. Für solche Vorkommnisse fordert nun die Union im Bundestag eine Meldepflicht für judenfeindliche Vorfälle an Schulen.

Kauder fordert eine Meldepflicht für antisemitische Vorfälle an Schulen und will jeden Einzelfall konsequent ahnden. (Bildmontage)
Kauder fordert eine Meldepflicht für antisemitische Vorfälle an Schulen und will jeden Einzelfall konsequent ahnden. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"In jedem Bundesland sollten die Schulen verpflichtet werden, solche Vorfälle konsequent der Schulverwaltung zu melden", sagte Fraktionschef Volker Kauder (68, CDU) der Welt am Sonntag. "Es gibt offenbar keinen genauen Überblick über den Antisemitismus an den Schulen."

Es sei wichtig, belastbare Angaben über das Ausmaß des Antisemitismus und dessen Ursachen zu bekommen, damit die Kultusminister der Länder auch schulübergreifend Maßnahmen prüfen könnten.

"In den Schulen muss jeder Einzelfall konsequent geahndet werden. Gerade bei diesem Thema muss es heißen: Null Toleranz!", forderte Kauder.

Kauder warnte zugleich davor, das Thema Intoleranz auf die Bekämpfung von Antisemitismus zu reduzieren: "Mich haben die Aussagen des Vaters des jüdischen Mädchens in Berlin, deren Fall die Diskussion ausgelöst hat, sehr nachdenklich gemacht. Er sprach davon, dass einige Jungs aus muslimischen Elternhäusern auch anderen Mitschülern übel mitspielten, egal ob sie Juden, Christen oder selbst Muslime sind, wenn diese zum Beispiel in die falsche Moschee gingen."

Der Vorfall an de Berliner Grundschule löste in Deutschland eine heiß diskutierte Debatte aus. Eine Zweitklässlerin wurde von älteren Schülern aus einem muslimischen Elternhaus als Jude beschimpft und der Tod angedroht, weil sie nicht an Allah glaube, wie der Berliner Kurier berichtete.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)

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