Schulschwänzer werden immer mehr zum Problem und teuer für die Eltern

Immer mehr Schüler schwänzen dauerhaft die Schule.
Immer mehr Schüler schwänzen dauerhaft die Schule.  © DPA

Chemnitz – Chemnitz verhängte im Vorjahr 41.595 Euro Bußgeld an Eltern oder Ausbilder von Schulverweigerern. 2012 lag die Bußgeldsumme noch unter 40.000 Euro.

Wie das Kultusministerium auf Anfrage der Landtagspolitikern Petra Zais (59, Grüne) mitteilte, gab es 2016 in Chemnitz 279 Verfahren wegen "Nichterfüllung der Schulpflicht" - bei rund 33.000 Schülern eine Quote von 0,85 Prozent. In 256 Fällen verhängten die Behörden ein Bußgeld - das kann stolze 1250 Euro errei- chen.

Die meisten Verfahren gab’s an Oberschulen (127/4,6% der Schüler), gefolgt von Berufsschulen (84) und Förderschulen (54). An Grundschulen (8) und Gymnasien (6) sind Schwänzer kein Problem.

Während Fachleute steigenden Schulstress als einen Faktor für Schulunlust sehen, verweist Petra Zais auch auf "Eltern, die nicht energisch dafür sorgen, dass ihre Kinder zur Schule gehen".

Die Grünen-Politikerin ist besorgt wegen der hohen Zahlen an Ober- und Berufsschulen. "Wir müssen auf die Schüler achten. Schulschwänzen ist keine Lappalie. Wer hier den Anschluss verliert, findet ihn oft nicht wieder.“

Deutlich mehr Verfahren gegen Schulschwänzer gab es 2016 in den Landkreisen Zwickau (516), Vogtland (513) und Mittelsachsen (345). Die bravsten Schüler der Region leben im Erzgebirge (121 Dauerschwänzer).


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