Lernst Du noch oder schummelst Du schon? Fast 80 Prozent der Studenten betrügen

Vier von fünf Studenten schummeln während Prüfungen. (Symbolbild)
Vier von fünf Studenten schummeln während Prüfungen. (Symbolbild)  © 123RF

Bielefeld - Na na na! Was musste der Kölner Soziologe Sebastian Sattler da im Auftrag der Uni Bielefeld feststellen? Angeblich geben vier von fünf Studenten zu, dass sie bei Prüfungen schummeln!

Egal ob Spicker, gefälschte Laborergebnisse oder Plagiate: Studenten ist für eine gute Note scheinbar jedes Mittel recht. 

Wie die Neue Westfälische berichtet, wurden für die Studie des Soziologen zwischen 2009 und 2012 mehrmals jeweils 2000 bis 6000 Studierende verschiedener Unis anonym befragt. Stolze 79 Prozent gestanden, in den letzten sechs Monaten gemogelt zu haben! 

Mehr als ein Drittel schrieb demnach während einer Klausur ab. Immerhin jeder vierte fälschte wissenschaftliche Daten oder erfand diese sogar. Und 18 Prozent kupferten Arbeiten einfach ab.

Gerne werden auch Spicker zum Betrügen verwendet. (Symbolbild)
Gerne werden auch Spicker zum Betrügen verwendet. (Symbolbild)  © 123RF

"Es ist heute sehr viel einfacher geworden, zu betrügen", sagt Sattler gegenüber der Zeitung. 

Das Internet ist dafür ein gutes Beispiel. "Es gibt heute so große Massen von Texten online, die man mit ein paar Klicks übernehmen kann. Das gab es vor 20, 30 Jahren noch nicht."

Das Thema beschäftigt Hochschulen schon seit langem. Um einem Betrug vorzubeugen, müssen FH-Studenten beispielsweise alles abgeben, was sie für die Klausur nicht brauchen. Dazu gehört auch das Handy.

"Die Studierenden müssen sich grundsätzlich an die Rechtsgrundlage halten, also an die Prüfungsordnung", erklärt Verena Kukuk, Pressesprecherin der FH Bielefeld. Ob jeder diese Grundlagen kennt, ist schwer zu sagen.

Kukuk ist klar, dass es Spickzettel "immer geben" wird. Dagegen hilft nur eine sorgfältige Aufsicht. Juristisch gesehen gelte nämlich "schon das Mitführen als Täuschungsversuch".

Wird ein Student beim Betrügen erwischt, drohen harte Konsequenzen. Wird wiederholt geschummelt, kann das zur Exmatrikulation führen. Aber in jedem Fall gilt die Prüfung als nicht bestanden, wenn das Mogeln auffliegt.

Droht der Rauschmiss aus der Uni, ist das gleich doppelt bitter: "Dann darf das Studium im jeweiligen Fach an keiner deutschen Hochschule fortgeführt werden."


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