27-jährige Deutsche wegen IS-Mitgliedschaft festgenommen

Karlsruhe - Am Freitag wurde eine Frau (27) mit deutscher Staatsangehörigkeit im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben festgenommen, teilte die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit. Außerdem durchsuchten Beamte ihre Wohnung im niedersäschischen Landkreis Vechta.

Jennifer W. (27) sitzt jetzt in Untersuchungshaft (Symbolbild).
Jennifer W. (27) sitzt jetzt in Untersuchungshaft (Symbolbild).  © 123RF

Jennifer W. ist dringend verdächtig, sich an der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" beteiligt zu haben. Laut Haftbefehl verließ die Beschuldigte Ende August 2014 die Bundesrepublik Deutschland, um sich dem IS anzuschließen.

Über die Türkei reiste sie nach Syrien, um von dort im September 2014 in den Irak einzureisen. Dort gliederte Jennifer W. sich unverzüglich in die Entscheidungs- und Befehlsstruktur des IS ein.

Demnach patrouillierte sie für die sogenannte "Sittenpolizei" des IS. Dafür lief sie abends durch die Parks der irakischen Städte Falludscha und Mossul, um darauf zu achten, dass Frauen die von der Terrororganisation aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften einhalten.

Für ihre Dienste bekam Jennifer W. ein monatliches Gehalt zwischen 70 und 100 US-Dollar. Im Januar 2016 wollte sie neue Ausweispapiere in der Deutschen Botschaft von Ankara beantragen und wurde vor dem Gebäude festgenommen.

Wenige Tage später schob die Türkei sie nach Deutschland ab. Seitdem will sie wieder zurück zum IS. Die Beschuldigte wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihr den Haftbefehl eröffnet und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.


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