Kaltblütig und grausam: Schwangere in Flüchtlingsunterkunft niedergestochen

Darmstadt - Nach der Messerattacke auf eine schwangere Frau steht der mutmaßliche Angreifer vom Freitag an vor dem Landgericht in Darmstadt.

Die 38-Jährige kam damals mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus.
Die 38-Jährige kam damals mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus.  © DPA

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Außerdem steht der 23 Jahre alte Afghane wegen des versuchten Schwangerschaftsabbruchs vor Gericht.

Im Mai soll er die damals 38 Jahre alte schwangere Frau in einer Flüchtlingsunterkunft in Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau) schwer verletzt haben.

Nach der Tat versuchte er zu flüchten, konnte aber festgenommen werden. Die Frau - auch sie stammt aus Afghanistan - war Bewohnerin der Unterkunft. Sie überlebte den Angriff und brachte kurz darauf ihr Kind zur Welt.

Der Beschuldigte muss sich einem Sicherheitsverfahren stellen. Dabei wird entschieden, ob er schuldfähig ist beziehungsweise ob er in eine Psychiatrie eingewiesen wird, wie es vom Landgerichts hieß. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr.

Vorgesehen sind insgesamt drei Tage.

UPDATE: MUTMAßLICHER TÄTER GALT ALS GEWALTTÄTIG

Laut Mitbewohnern der Unterkunft, galt der mutmaßliche Täter als psychisch labil und gewalttätig.
Laut Mitbewohnern der Unterkunft, galt der mutmaßliche Täter als psychisch labil und gewalttätig.  © Wiesbaden112

Im Prozess um die Messerattacke auf eine schwangere Frau hat sich der mutmaßliche Angreifer am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt nicht zur Tat geäußert.

In dem Verfahren soll geklärt werden, ob der 23 Jahre alte Mann schuldfähig ist oder ob er in eine Psychiatrie eingewiesen wird.

Der Ehemann des Opfers sagte am Freitag, er selbst habe sich regelmäßig mit dem Beschuldigten unterhalten. Eine psychische Auffälligkeit habe er nicht bemerkt.

Anders drei Zeugen, die ebenfalls mit dem 23 Jahre alten Beschuldigten in der Unterkunft lebten. Sie schilderten ihn als unbeherrscht und gewalttätig. So habe er immer wieder Gegenstände zerstört und sei regelmäßig in Tränen ausgebrochen.

Vor der Tat soll er zeitweise in einer Psychiatrie untergebracht gewesen sein.

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