Schwarzer Freistaat: Was macht die CDU in Sachsen so stark?

„König Kurts“ Erbe verleiht der CDU in Sachsen bis heute Erfolg, glaubt 
Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (64).
„König Kurts“ Erbe verleiht der CDU in Sachsen bis heute Erfolg, glaubt Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (64).  © Eric Münch, Petra Hornig

Dresden - Sachsen ist die schwarze Bastion des deutschen Ostens. Seit der Wiedervereinigung sitzt die CDU an den Hebeln der Macht. Einen Erklärungsversuch liefert jetzt der bekannte Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (64).

Die Zeiten, in denen man vom „roten Sachsen“ sprach, sind lange vorbei und auch nicht wieder in Sicht. „Wir wollen erneut alle Direktmandate in den 16 sächsischen Wahlkreisen gewinnen“, sagt CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer (42) siegesgewiss.

Seit der ersten Bundestagswahl im wiedervereinten Deutschland 1990 hat die Union von insgesamt 112 zu vergebenden Direktmandaten 101 gewinnen können. Bei den Zweitstimmen erreichten die Christdemokraten Werte zwischen 49,5 Prozent (1990) und 35,5 Prozent (2005). Zuletzt fand man 2013 mit 46,5 Prozent fast wieder zu alter Stärke zurück. Ähnlich deutlich ist die Überlegenheit bei Landtagswahlen.

Die Sachsen-CDU lebe noch immer vom Erbe Kurt Biedenkopfs (87), glaubt Politikwissenschaftler Patzelt. Der erste Regierungs-Chef gelte dort noch heute als eine Art Heiliger. Unter „König Kurt“ schien Sachsen gefühlt besser dazustehen als andere Ost-Länder.

„Zentrale Stärke der sächsischen CDU ist, dass sie schon 1990 die richtigen Grundentscheidungen getroffen hat und bis heute an ihnen festhält“, erklärt Patzelt.

Und zählt Säulen des Erfolgsrezeptes auf: „Aufbau einer modernen Infrastruktur, Sicherung staatlicher Handlungsspielräume durch einen schnellstmöglich ausgeglichenen Haushalt, Aufbau eines leistungsfähigen Bildungssystems, Vermittlung und Vorleben von Stolz auf Sachsens Leistungen.“


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