Schweine-Stau: Wann bekommt Sachsen endlich wieder einen richtigen Schlachthof?

Dresden - Langsam wird's eng: Der Schweine-Stau in sächsischen Zuchtbetrieben wird immer dichter. Derzeit werden 20 Prozent der schlachtreifen Schweine von Woche zu Woche geschoben. Möglicherweise zeichnet sich nun eine Lösung ab.

Manfred Uhlemann (63) ist der Geschäftsführer des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB).
Manfred Uhlemann (63) ist der Geschäftsführer des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB).  © Christian Suhrbier

Wohin mit den ausgewachsenen Schweinen? Frank Bennewitz hat darauf keine Antwort. 

Der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Qualitätsfleisch Taubenheim (Landkreis Meißen) vertritt 25 Zuchtbetriebe, die 30 Prozent der Schlachtschweine in Sachsen produzieren (insgesamt: knapp 650.000 Schweine). 

"20 Prozent der schlachtreifen Schweine kriegen wir im Moment nicht los", sagt Bennewitz. Manfred Uhlemann (63) vom sächsischen Landesbauernverband (SLB) nennt das Ganze "ein Riesenproblem".

Geliefert wird zu Tönnies nach Weißenfels (Sachsen-Anhalt), nach Belgern, in den einzigen noch verbliebenen sächsischen Schlachthof, sowie nach Hof und Bayreuth. 

Aber das reicht nicht. Die Kapazitäten sind durch den Fleischskandal bei Tönnies und die Corona-Pandemie sogar gesunken.

Ohne die Unterstützung der Landesregierung wird es schwierig

Sachsen hat zu geringe Schlachtkapazitäten. Ein neuer Schlachthof soll Abhilfe schaffen - oder vorhandene Strukturen ausgebaut werden. (Symbolbild)
Sachsen hat zu geringe Schlachtkapazitäten. Ein neuer Schlachthof soll Abhilfe schaffen - oder vorhandene Strukturen ausgebaut werden. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Das macht einen Schlachthof in und für Sachsen wieder attraktiv. Das Landwirtschaftsministerium will so ein Projekt fördern, der Anstoß dazu müsse aber aus der Wirtschaft kommen, heißt es auf Anfrage.

Solche Anstöße gibt es durchaus: Bauernverband und Fleischerinnung setzen sich für einen sächsischen Schlachthof ein. Interesse aus der Wirtschaft ist da.

Allerdings geht es ohne die Unterstützung der Landesregierung nicht, sagt SLB-Präsident-Präsident Torsten Krawczyk (45). Ein entsprechendes Konzept liege gleich drei Ministerien vor. Daran hänge alles.

Zum möglichen Standort und der Größe will er sich aus Wettbewerbsgründen nicht äußern. Zuletzt war Chemnitz als Standort im Gespräch.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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