Junger Algerier niedergestochen: War es eine rechtsextreme Attacke?

Schweinfurt - Ein 25 Jahre alter Mann aus Algerien wurde in der unterfränkischen Stadt Schweinfurt niedergestochen. Um ein Haar wäre die Attacke tödlich gewesen, der Afrikaner schwebte danach in Lebensgefahr.

Stichwunde im Oberkörper: Der 25-jährige Algerier war lebensgefährlich verletzt (Symbolbild).
Stichwunde im Oberkörper: Der 25-jährige Algerier war lebensgefährlich verletzt (Symbolbild).  © Montage: dpa/Marcel Kusch, dpa/Boris Roessler

Der Angriff auf dem Roßmarkt in Schweinfurt erfolgte bereits am späten Dienstagabend.

Die Polizei stand danach zunächst vor einem Rätsel und suchte daher dringend Zeugen (TAG24 berichtete).

Die intensiven Ermittlungen der Beamten führten zu einem Ergebnis. Am Freitagabend wandten sich das Polizeipräsidium Unterfranken und die Generalstaatsanwaltschaft München mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit.

Demnach wurde nach der Attacke in Schweinfurt die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) der Generalstaatsanwaltschaft München in die Ermittlungen eingeschaltet, "da ein fremdenfeindliches Tatmotiv nicht auszuschließen war", wie ein Sprecher sagte.

Die Beamten kamen im Rahmen ihrer Ermittlungen einem 27-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit auf die Spur, der dringend verdächtig ist, dem 25-jährigen Algerier in Schweinfurt die Verletzung zugefügt zu haben.

Die Wunde im Oberkörper des Afrikaners muss sehr schwer gewesen sein. Der junge Mann musste notoperiert werden. Sein Zustand ist inzwischen jedoch stabil.

Blutige Attacke in Schweinfurt: War es die Tat eines Rechtsextremen?

Der 27-jährige Tatverdächtige wurde am Donnerstagabend festgenommen und am am Freitag einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Gegen den Mann wird wegen versuchten Totschlags ermittelt.

"Hinsichtlich einer möglichen ausländerfeindlichen bzw. rechtsextremen Gesinnung oder Motivation des Tatverdächtigen dauern die Ermittlungen der Kripo Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus Generalstaatsanwaltschaft München an", sagte der Sprecher weiter.

Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die Angabe zu der blutigen Attacke auf dem Roßmarkt in Schweinfurt machen können. Unter der Telefonnummer 097212021731 sind die Ermittler erreichbar.

Rassistische Attacke in Hanau vor wenigen Tagen

Sollte der beinahe tödliche Angriff auf den Algerier in Schweinfurt tatsächlich einen rechtsextremen Hintergrund haben, so wäre es die zweite blutige rassistische Attacke in kurzer Zeit.

Erst am 19. Februar kam es in Hanau zu einem Anschlag mit insgesamt elf Toten. Der mutmaßliche Täter, der Sportschütze Tobias R., hatte vermutlich eine rassistische Gesinnung.

Neun der Opfer hatten einen Migrationshintergrund (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Montage: dpa/Marcel Kusch, dpa/Boris Roessler

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