Schweiz verspielt kurz vor Schluss 3:0-Führung: Irre Aufholjagd von Dänemark!

Basel (Schweiz) - Was war denn da los? Die Schweizer Nationalmannschaft hat einen perfekten Start in die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2020 leichtfertig verspielt und den zweiten Sieg im zweiten Spiel noch aus der Hand gegeben.

Granit Xhaka (M) lieferte erneut eine starke Partie ab: Hier beweist sich der Schweizer Mittelfeldchef im Zweikampf mit Dänemarks Thomas Delaney (l.) und Pierre Emile Höjbjerg (r.).
Granit Xhaka (M) lieferte erneut eine starke Partie ab: Hier beweist sich der Schweizer Mittelfeldchef im Zweikampf mit Dänemarks Thomas Delaney (l.) und Pierre Emile Höjbjerg (r.).  © Christian Merz/PPR/KEYSTONE/dpa

Die Gastgeber mussten sich am gestrigen Dienstagabend im schweizerischen Basel gegen Dänemark nach einer 3:0-Führung noch mit einem 3:3 (1:0) zufriedengeben.

Vor 18.532 Zuschauern im St.-Jakob-Park hatten Remo Freuler (19. Minute), Granit Xhaka (66.) und Breel Embolo (76.) die "Nati" zum scheinbar komfortablen 3:0-Vorsprung geschossen. Doch in einer verrückten Schlussphase sorgten Mathias Jörgensen (84.), Christian Gytkjaer (88.) und Henrik Dalsgaard (90.+3) noch für den Ausgleich der Dänen.

Ein irre Aufholjagd, die man den Skandinaviern wirklich nicht zugetraut hätte. Denn die Schweizer waren von Beginn an die bessere Mannschaft und gingen durch den Treffer von Remo Freuler in der 19. Spielminute in Führung.

Den Distanzschuss aus halblinker Position von Ricardo Rodriguez machte Albian Ajeti im Sechzehner fest und legte den Ball auf Freuler ab. Dieser setzte den Ball aus kurzer Entfernung an Torwart Kasper Schmeichel, Sohn der Fußball-Ikone Peter Schmeichel, vorbei ins Netz.

Viel mehr passierte in den ersten 45 Minuten nicht und so ging die Mannschaft von Trainer von Vladimir Petkovic mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause.

1:0 zur Pause: Nach der Pause fallen fünf Treffer zwischen Schweiz und Dänemark

Der Däne Henrik Dalsgaard schraubt sich nach oben und köpft ein zum 3:3-Endstand.
Der Däne Henrik Dalsgaard schraubt sich nach oben und köpft ein zum 3:3-Endstand.  © Walter Bieri/KEYSTONE/dpa

Nach dem Seitenwechsel bot sich das gleiche Bild: Die Schweizer ließen Ball und Gegner laufen. Die Dänen hingegen standen tief in der eigenen Hälfte und ließen die Gastgeber fast bis zum Strafraum gewähren.

In der 66. Spielminute bestrafte der Ex-Gladbacher und Arsenal-Profi Xhaka das passive Abwehrverhalten der Gäste und nagelte den Ball mit einem Hammer aus rund 20 Metern unter die Querlatte. Noch schlimmer für die Skandinavier kam es in der 76. Minute, als der Schalker Embolo nach einem Eckball per Fallrückzieher an den Ball kam und zum 3:0 einnetzte.

Dann aber wendete sich das Blatt. Den Anfang für die Dänen machte Jörgensen in der 84. Minute, als er den Ball nach einem Freistoß von Christian Eriksen aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Nur vier Spielminuten später erzielten die Dänen den 2:3-Anschlusstreffer.

Eriksen steckte den Ball auf Yussuf Poulsen durch, der legte quer auf den in der 70. Minute eingewechselten Gytkjaer. Dieser musste nur noch einschieben (88.). In der Nachspielzeit folgte dann der irre Schlusspunkt: Die schweizerische Abwehr agierte vogelwild und ließ Chancen zu. Kjaer chippte den Ball in den Strafraum, wo Manuel Akanji nicht konsequent genug abwehrte. Schlussmann Yann Sommer wirkte sichtlich verunsichert und versuchte, das Leder aus dem Strafraum zu schlagen - vergebens. Das schlechte Stellungsspiel bestrafte dann Dalsgaard, der das Leder aus rund fünf Metern über die Linie köpfte (90+3).

Die Akteure der schweizerischen Nationalmannschaft gaben am Ende doch noch eine sicher geglaubte 3:0-Führung aus den Händen und so endete die hochdramatische Partie mit 3:3 (1:0).

Zum Auftakt hatten die Schweizer 2:0 (0:0) gegen Georgien gewonnen, für die Dänen war es das erste Spiel der EM-Quali. Spitzenreiter der Gruppe D ist Irland. Die Iren gewannen ihre ersten beiden Spiele.

Titelfoto: Christian Merz/PPR/KEYSTONE/dpa

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