Uhren-Krise! Werden auch in Glashütte Jobs gestrichen?

Von den Lange-Uhren werden jährlich nur wenige Tausend hergestellt.
Von den Lange-Uhren werden jährlich nur wenige Tausend hergestellt.  © Eric Münch

Glashütte - Die Uhrenindustrie ist weltweit in eine Absatzkrise gerutscht. Besonders betroffen ist der Schweizer Luxuskonzern Richemont, zu dem auch das Glashütter Flaggschiff „Lange & Söhne“ gehört.

Auch wenn man sich im Osterzgebirge selbstsicher und standhaft gibt. Der Branchentrend sorgt für Unruhe.

Nach einem heftigen Gewinneinbruch (um 43 Prozent) ließ der Luxusuhrenkonzern Richemont Anfang des Monats einige Vorstandsköpfe rollen. So sollen die Uhrenproduktion heruntergefahren und in China Läden geschlossen werden. 

Nach dem Stellenabbau im Mai (300 Stellen, vornehmlich bei Cartier) wurde in dieser Woche bekannt, dass auch bei den Uhrenmarken Piaget und Vacheron Constantin 210 Jobs gefährdet sind.

Geht die Krise des Mutterkonzerns spurlos an Lange & Söhne vorbei?

„Wir sind ein selbstständiger Teil der Richemont-Gruppe“, betont Unternehmenssprecher Arnd Einhorn. „Einen Einstellungsstopp gibt es nicht, und wir rechnen auch nicht mit Entlassungen.“

Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler stellt die Stadtausgaben auf den 
Prüfstand.
Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler stellt die Stadtausgaben auf den Prüfstand.  © Egbert Kamprath

Auch sollen keine ausländischen Boutiquen geschlossen werden. Einhorn: „Stattdessen haben wir kürzlich eine in Macao eröffnet.“ 

Lange exportiert die wenigen Tausend in Handarbeit gefertigten Uhren in über 60 Länder, deshalb sei man nicht von einzelnen Regionen - wie China - so abhängig wie andere in der Branche.

Dennoch bremst die Uhrenkrise die Investitionsfreudigkeit in Glashütte. Zwar baut Nomos im Nachbardorf Schlottwitz gerade eine neue Halle für Arbeitsvorbereitungen und Qualitätssicherung. Der große Firmenbau in Glashütte wird aber noch weiter verschoben.

Im Rathaus hat noch keine der ansässigen Uhrenfirmen angekündigt, dass die Gewerbesteuern für 2016 reduziert werden. Für die Haushaltsplanung 2017 wird dennoch vorsichtiger agiert.

Bürgermeister Markus Dreßler: „Die Verwaltung wird den Stadträten vorschlagen, einzelne Projekte und Maßnahmen unter Vorbehalt in den Plan aufzunehmen.“

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ungewisse Zukunft.
Chip oder Unruh? Die Uhrmacher schauen wegen der Smartwatches in eine ungewisse Zukunft.

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