Syrerin erleidet Totgeburt: Wachmann soll dafür 7 Jahre in den Knast

Bei der Ankunft in Italien kam das Kind tot zur Welt. (Symbolbild).
Bei der Ankunft in Italien kam das Kind tot zur Welt. (Symbolbild).  © 123RF

Bern - Die Staatsanwaltschaft hat für einen Schweizer Grenzwächter, der für die erlittene Fehlgeburt einer geflüchteten Syrerin verantwortlich gemacht wird, bis zu sieben Jahre Haft gefordert.

Der Beamte habe genauso wie ein Kollege "jegliche Menschlichkeit" vermissen lassen, hieß es am Donnerstag im Plädoyer des Staatsanwalts vor einem Militärgericht in Bern.

Der Angeklagte habe gegenüber Frau in den Wehen willkürlich, unmenschlich und erniedrigend gehandelt. Der Grenzwächter habe vorgezogen zu rauchen statt Hilfe zu holen.

Die im achten Monat schwangere Frau gehörte zu einer Gruppe von Flüchtlingen, die im Juli 2014 nach Italien zurückgebracht wurden. Der Ehemann der stark blutenden Syrerin habe den Grenzwächter mehrfach eindringlich auf Englisch um Hilfe gebeten.

Dieser habe aber alle Bitten mit dem Verweis ignoriert, die Familie sei selbst schuld, mit einer Schwangeren eine Reise anzutreten. Zudem habe die planmäßige Weiterfahrt der Gruppe nicht verzögert werden sollen. Der Vorfall an einem Freitagabend hat laut Anklage den Feierabend des Angeklagten gestört. Bei der Ankunft in Italien war die Frau zusammengebrochen, das Baby tot zur Welt gekommen.

Die Staatsanwaltschaft vermisst zudem Schuldbewusstsein des Grenzwächters vor Gericht. Der Mann sagte, er habe nicht erkannt, dass es sich um einen Notfall handle. Das Urteil soll am 7. Dezember und nicht wie ursprünglich geplant schon am Freitag verkündet werden.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0