Sterbehilfe: Frau (74) plant eigenen Tod, obwohl sie kerngesund ist

Schweiz - Jacqueline Jencquel ist 74 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit. Dennoch will die Französin, die in der Schweiz lebt, sterben. Für 2020 plant sie, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Jacqueline Jencquel (74) plant ihren eigenen Tod.
Jacqueline Jencquel (74) plant ihren eigenen Tod.  © Screenshot YouTube/BFMTV

"Ich habe mein Leben frei gelebt, ich will nicht abhängig werden", sagt die 74-Jährige in einem TV-Interview. Bevor das passiert, sie bettlägrig wird oder nicht mehr bei klarem Verstand ist, will Jencquel lieber freiwillig aus dem Leben scheiden.

Als "Ablaufdatum" setzte sich die Französin dafür das Jahr 2020. Dann ist sie 76 Jahre - ein Alter, in dem man ihrer Ansicht nach nicht mehr wirklich gesund sein könne.

Eine Ärztin der Sterbehilfeorganisation Lifecircle soll ihr deshalb eine tödliche Injektion mit Schlafmittel geben, so der Plan. "Ich werde den Hahn selbst aufdrehen, nachdem ich vor einer Kamera gesagt habe, dass ich sterben möchte", erklärt Jencquel.

In der Schweiz ist dieser sogenannte assistierte Suizid nicht illegal, solange das Opfer seinen Tod letztlich selbst herbeiführt. Dafür will die 74-Jährige werben - auch in ihrer Heimat Frankreich.

Hier kann assistierter Selbstmord mit bis zu drei Jahren Haft oder 45.000 Euro Strafe geahndet werden. Jencquel spricht sich für eine Änderung des Gesetzes aus und rührt auf einer großen Medientour die Werbetrommel dafür.

"Ich habe mich für diese Mediatisierung entschieden, um das Gesetz in Frankreich so zu verändern, dass wir die alten Menschen wählen lassen. Ich suche keinen Bekanntheitsgrad", verteidigt sie sich gegen Vorwürfe, das sei alles nur ein Publicity-Stunt.

An ihrem Plan hält Jencquel trotz ihrer Kritiker fest. So selbstbestimmt, wie sie ihr Leben geführt hat, wolle sie es auch beenden, und nicht zur Gefangenen im eigenen Körper werden.

Titelfoto: Screenshot YouTube/BFMTV


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