"Schwer verliebt"-Kandidatin getötet: Prozess hinter verschlossenen Türen

Neubrandenburg - Der neue Prozess gegen Axel G. findet hinter verschlossenen Türen statt. Das beschloss das Landgericht Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte das zu Prozessbeginn beantragt.

Sarah H., bekannt aus der Sat.1-Kuppelshow "Schwer verliebt", starb 2016 unter grausamen Umständen.
Sarah H., bekannt aus der Sat.1-Kuppelshow "Schwer verliebt", starb 2016 unter grausamen Umständen.  © Screenshot/YouTube

Grund für den Ausschluss sei, dass es auch darum gehe, den 52 Jahre alten Angeklagten in einer psychiatrischen Haftanstalt unterzubringen, hieß es. Der Angeklagte selbst hatte die Öffentlichkeit nicht ausschließen wollen. So könnten die "verleumderischen Vorverurteilungen" aufgeklärt werden.

Axel G. wird vorgeworfen, die "Schwer verliebt"-Kandidatin Sarah H. in seinem Haus in Alt Rehse zu Tode gefoltert zu haben (TAG24 berichtete).

Der Angeklagte soll seine Freundin im Sommer 2016 im Streit nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Danach ließ er die 32-jährige Frau, die aus Rheinland-Pfalz zu ihm gezogen war, laut Anklage gefesselt verhungern und verdursten. Der Angeklagte war ebenfalls aus Süddeutschland nach Alt Rehse gezogen, galt dort aber als Sonderling. Beide hatten sich über das Internet kennengelernt.

Der Mann hatte im ersten Prozess weitgehend geschwiegen, nur in seinem letzten Wort bedauert, dass er damals nicht rechtzeitig einen Arzt geholt habe. Polizisten gegenüber hatte er aber erklärt, dass er die Frau gefoltert habe, weil "sie von Bundesnachrichtendienst und von der Dorfbevölkerung auf mich angesetzt war". Im ersten Prozess war er wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden (TAG24 berichtete). Dabei hatte ihm die Kammer eine "verminderte Schuldfähigkeit" attestiert, obwohl er Gespräche mit Gutachtern ablehnte.

Der damalige Verteidiger, mit dem sich der Angeklagte zerstritt, legte noch Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete die Neuverhandlung an. Es solle geklärt werden, ob der Mann zur Tatzeit überhaupt schuldfähig war und weiter eine Gefahr darstellt.

Schon beim erneuten Prozessbeginn machte der 52-Jährige deutlich, dass er den jetzigen Pflichtverteidiger ebenfalls ablehnt. Dieser tue zu wenig. Zudem stellte der IT-Fachmann einen Befangenheitsantrag gegen Richter Carl-Christian Deutsch, da dieser nicht unvoreingenommen sei. Über den Antrag wollte die Kammer im Verlauf des Prozesses entscheiden. Ähnliche Anträge des Angeklagten, der auch diesmal dem Richter zu Prozessbeginn mehrfach ins Wort fiel, wurden in der Vergangenheit immer abgelehnt.

Mit einem Urteil im Prozess wird Ende August oder Anfang September gerechnet.

In diesem Haus in Alt Rehse in Mecklenburg-Vorpommern geschah die Tat.
In diesem Haus in Alt Rehse in Mecklenburg-Vorpommern geschah die Tat.  © dpa/Winfried Wagner

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